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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
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50Gertrude.Erbarmt euch Gnaden! — helft mir! — meine Mutter,Die alte gute Frau, die mir das LebenNicht nur geschenkt — die mir, — o, meine Mutter!Sie wohnte still in ihrem kleinen Stübchen,That Niemand weh — — ach, meine gute Mutter!Sie haben — helft mir gegen diese BosheitIn das Gefängniß! — allbarmherz'ger Gott!Als Hexe!! — gnäd'ge Frau! — ach helft!!!Jacobe.Faß dichErzähle, wenn du kannst — wie es gekommen,Daß man den Unsinn abermals erneut.Steh' auf — was that die Mutter dem Gericht?Gertrude.Ach, gnäd'ge Fürstin! meine Mutter hatIn ihrer Jugend, in der SchloßkapelleMelanchthons Predigt — den der alte HerzogIn's Land gerufen — einmal zugehörtVergebt — sie glaubt seitdem an KetzereiUnd hielt sich von der heil'gen Messe fern;Indeß der Vater gut Katholisch warUnd mich und meinen einz'gen Bruder KurtVon dem Dechanten gläubig firmen ließ.Der sel'ge Vater hatte dennoch liebDie gute Mutter, die in Allem treu,Nur in dem Einen eigne Wege gingUnd sonst auch Mancherlei verstand und wußte,Was über vieler Weiber Horizont.Doch als der Vater starb, da ist der Kund,