12bewirken. So mag es denn auch einleuchtend erscheinen, warum der Mo-narch den Höfling bei Gelegenheit eines heftigen Wortwechsels zum Lohneseiner Intriguen an die Wand zu spießen suchte. David fand wiederGelegenheit zu entwischen und Saul sprach das berühmte Wort: „DasKönigreich wird noch sein werden!“ Ob den das Hasenpanier Ergreifendenwohl eigentlich das Bewußtsein seiner Unschuld oder Schuld begleitethaben mag?David war listig genug, sich nun hinter die Tochter seines Fürsten,Merab, herzumachen. Wenn aber auch damals die Begegnung mit Goliath1 Sam. 17,— für authentisch gegolten, so hätte doch Saul aller Wahrschein-lichkeit nach niemals Anlaß gehabt, sein Kind an den verhaßtesten Unterthan zuverheirathen, wenn nicht eben der König von Israel vielleicht gehofft hätte,durch Bande des Blutes jenen giftigen Anschlägen gegen sein Haus eineandere Richtung zu geben. Kurz es wird erzählt, daß Saul dem Davidseine, jüngere Tochter Michal, die ihn liebte, zur Frau gegeben, zumalMerab, auch bereits einem Andern verlobt war. 1 Sam. 18, — Durcheinen gegen die Philister geführten Krieg, dessen Verlauf ein glücklicherwar, wurde David dem Könige indeß nicht nur gefährlicher, weil des Er-steren Popularität zunahm, während die Siege Sauls immer mehr inVergeß kamen, — David, der böse Priesterzögling, zog auch Jonathan,den Königssohn, seinen Schwager, in ein geheimes Complott, dessen letzterZweck in David's Brust kein geringerer war, als der Sturz der Dynastie;er machte somit das Kind zum Verräther des Vaters!! Als dem Königedieser neue Streich seines ehemaligen Günstlings zu Ohren kam, gab erBefehl, beide Staatsverbrecher zu verhaften; aber David hatte kaum Luntegerochen, als er mit Jonathan flüchtig wurde und unterwegs keine Ge-legenheit vorüber gehn ließ, um die Unterthanen gegen die besteh-ende Regierung aufzureizen. Bald hatte der Sohn Isais einenganzen H aufen unzufriedener Leute und erklärter Communisten im Gefolge,mit denen er allenthalben Aufruhr predigte. Es heißt nun in der Bibelweiter, daß Saul gegen die Insurgenten gerüstet und in's Feld gezogensei; da soll es sich begeben, daß David in des Königs Zelt geschlichenund Letzterem unbemerkt den Zipfel seines Mantels abgeschnitten habe,zum Beweise, wie es David freigestanden, Saul das Leben zu nehmen.Der Monarch soll durch diese Großmuth gerührt worden sein und geschworenhaben, den Empörer zu begnadigen, unter der Bedingung daß David auchin der Folge des königlichen Hauses schone und die NachkommenschaftSauls nicht ausrotte!! Ein legitimer Fürst sollte sich derart compromit-tiren, daß er mit einem Revolutionär einen solchen Vertrag schlösse!! Aberder Anhang Samuels, von dem diese Anekdote herstammt, hatte nun dochGrund, wenigstens eine einzige Tugend für den „Mann nach dem Herzen
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David, ein Mann nach dem Herzen Gottes : eine biblische Studie
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