VORREDE ZUR ZWEITEN AUSGABE • XV
werkwürdigen Weifsenbitrger catechismus (LVI), wo kaum noch ein be-stimmter lypus vorherseht, oder mich nur wie in dem lied von Christusund der Samarilerin (X), so lässt sich über die herkunft eines denkmalsschwer entscheiden, der schwankende zustand der spräche brachte viel-leicht den kaiser selbst auf den gedanken, eine deutsche grammatik zuschreiben, hätte er ihn ausgeführt, so wäre daraus wohl eine art capi-tulare geworden, um nur die nötigsten, elementaren grammatischen dinge xism ordnen, sich selbst überlassen behielt die spräche ihre wandelbarkeitund vielgestaltigkeit, bei allem schwanken der lautbezeichnung und beialler Verschiedenheit des Wortgebrauchs und der wortformen aber lässtsich doch das fränkische des achten und neunten jh., wie es in unsemdenkmälern vorliegt, auf drei grundformen oder hauptmundarten zurück-führen, und zwar nach einem sehr einfachen mafsstab, nach der scalader dentalen, die für die Unterscheidung das erste entscheidende merk-mal abgeben.
Hochfränkisch nenne ich die mundart, die in Übereinstimmung mitden oberdeutschen dialekten schon das alte d zu t verschoben hat. einwahres muster davon gibt die Ilamelburger markbeschreibung von 777(LX1II). aber auch die Würzburger Urkunden (LX1V) gehören dazu,obgleich hier bei der Umschreibung im zehnten jh. schon das lli im anlautaufser 1, 12 in Theotgör und Theodolt dem neuen d gewichen ist, wiein der Würzburger beichte (LXXV1) aus demselben jh. dies d überwiegtauch aufser dem Ilildebrandslicde schon das th in den Frankfurter glos-sen (Mafsmanns denkmähr 1, 83 — 90), die, wie wir sehen werden, viel-leicht in Fulda, früh im ersten viertel des IX jh. oder noch frühergeschrieben sind, so dass 11 d auf 9 th kommen, auch in einer fuldi-schen Urkunde von 801, der beschreibung des bifangs von Berghoh {imwestlichen Grabfeld nach Dronkc trad. Fuld. s. 220 b , vgl. cod. diplom.nr. 721) bei Dronke nr. 165 steht es durch: a Tünibach sursum uelsursum Tünibach usque ad Treniches cichi, deinde sursum in Bräm-first, deinde in Kaltenbabbcs haubit, deinde in Rühunbah, deinde in deskuniwges uueg per ambas liagon, inde in Suuarzahä fürt, deinde in dazsmala eihahi, deinde after dem firstl in Rinachä haubit, deinde in Tüni-bach. und sonst findet es sich einzeln, Dronke nr. 481 a. 830 in Tulli-fclde zi demo seuue (aber 110 a. 795 tbes bifanges); 147. 429. 552a. 844 Adal- Uuilli- Bili- Irmin- Uegin- Wieldrud, 157. 530 Deoträt-burg, Dietheri, 170. 398. necr. a. 828. 826 Sigi- Heri- Cunidegan, 170.418. 419 Dingmiin, 515 a. 838 Danglind, wie im Tatian 33, 2 dingonudgl. (ESievers Untersuchungen über Tatian 1870 s. 12). sonst ist dasd für th im anlaut gegen die in Fulda, ivie überhaupt im fränkischenherschende regel. auch ist die Ilamelburger Urkunde, die th festhält,gewis in Fulda geschrieben und zivar, wie sie vorliegt, vielleicht erst imneunten jh., da eine aufzeichnung aus dem achten wohl nicht dieseSauberkeit und consequenz der lautbezeichnung zeigen würde, fast ganzdieselbe regelmäfsigkeit zeigt auch die Fuldaer beichte (LXXlil), und nuretwas früher wird in Fulda das fränkische tanfgelöbnis (LIT) aufgezeich-