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2,2 (1903)
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Seite
377
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Specielle Krankenversorgung für Soldaten. (Bei der Marine, im Kriege.) 377

sorge für solche Verwundete und Kranke dienen sollen, die bei krie-gerischen Landungen an feindlichen Küsten fallen.

Auf den alten Segelfregatten sowohl, wie den älteren Dampfschiffenund gepanzerten Fahrzeugen lagen die Verhältnisse für den Verwun-detentransport ziemlich einfach. Die Geschütze und neben ihnen dieBedienungsmannschaft und sonstige Combattanten warem auf einem odermehreren über einander liegenden Decks postirt, die sich in einer hori-zontalen Ebene durch die ganze Länge und Breite der Schiffe erstreckten,mit gar keinen oder nur sehr wenigen und dann mit breiten Thürenversehenen, senkrechten Querwänden, so dass man auf jedem Deck, ge-wissermaassen auf jeder Etage in demselben Niveau das ganze Schiff inseiner ganzen Länge nach von vorn bis hinten durchschreiten konnte.Die Luken, welche von einem Deck zum andern und schliesslich aufdas Oberdeck führten, lagen senkrecht übereinander. Der Verwundeten-transport zerfiel so in einen Horizontal- und einen Verticaltrans-port. Die Krankenträger brachten die bei den Geschützen in derBatterie oder die bei den Scharfschützen auf dem Oberdeck gefallenenVerwundeten zunächst längs des betreffenden Decks nach der Trans-portluke, welche über dem Verbandsplatz lag.

Dieser Horizontaltransport konnte von den Krankenträgern mitden Händen allein, indem zwei Träger in der bekannten "Weise mit denArmen einen Sessel für den Verwundeten bildeten, ausgeführt werden,oder man bediente sich dazu einer gewöhnlichen Krankentrage oder eineseinfachen Transportstuhles. Die Transportwege waren überall genügendweit und übersichtlich. Der Verticaltransport der Verwundeten ausden Masten und den oberen Decks nach dem immer im untersten Schiffkugelsicher unter der Wasserlinie belegenen Verbandsplatz konnte aberauch auf den älteren Schiffen schon nicht mehr durch blossen Hand-transport bewerkstelligt werden. Die festen Treppen, welche von einemDeck zum andern führten, mussten im Gefecht des Munitionstransporteswegen weggenommen werden. Die Verwundeten konnten also nichthinabgetragen, sondern mussten in besonderen Vehikeln, die anTauen aufgehängt waren, zum Verbandplatz hinuntergelassen werden.In der Französischen Marine diente z. B. zu diesem Zwecke noch bis indie neueste Zeit hinein eine horizontale Plattform, die an einem Tauaufgehängt war und in Leitschienen wie ein Fahrstuhl durch die Lukenauf und nieder gezogen werden konnte. Auf unsern Deutschen Kriegs-schiffen war und ist es auf den älteren Kreuzern und Panzern noch ein recht practischer, zusammenlegbarer Transportstuhl in Ge-brauch.

Der Sitz, die Rücklehne, die Armlehne und die Fusslehne bestehenaus mit Segeltuch überzogenen Metallrahmen, die mit Rollen und Schar-nieren mit einander verbunden, gegeneinander beweglich und feststellbarsind. Wenn der Stuhl zum Gebrauch zurecht gemacht und in derNormalstellung festgestellt ist, sitzt der Kranke wie in einem Fauteuilauf einer doppelt geneigten, schiefen Ebene mit leicht gebeugten Hüft-