Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
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Speeielle Krankenversorgung.

V. Für Soldaten.

2. Bei der Marine.

a) Im Frieden.

Von

Hafenarzt Dr. Nocht in Hamburg.

Oberstabsarzt I. Kl. der Seewehr JL Aufgebots.

Die an die Krankenpflege an Bord von Seeschiffen gestellten Auf-gaben unterscheiden sich weder in ihrem Wesen noch in ihrem Umfangevon denen, die die Krankenfürsorge auf dem Lande zu erfüllen hat.Ausser der Seekrankheit, die meist ohne besondere Pflege und Behand-lung in kurzer Zeit überwunden wird, giebt es keine Krankheiten, diedem Schiffsleben eigenthümlich oder durch dasselbe so beeinflusst wären,dass für die Krankenpflege dabei andere Aufgaben erwüchsen oder eingeringeres Maass von Sorgfalt nöthig wäre, als auf dem Lande. Auchder Kreis der Krankheiten, welcher in Betracht kommt und die Er-krankungshäufigkeit, auf welche bei den Vorkehrungen für die Kranken-pflege an Bord Bedacht genommen werden soll, sind nicht geringer, alsauf dem Lande bei Menschengruppen von ähnlicher Zusammensetzung.Eher ist, und nicht blos bei Keisen in ungesunden Klimaten und vonepidemischen Krankheiten ergriffenen Gegenden, das Gegentheil der Fall(s. it.). Das Seeleben und das Seeklima sind nur unter bestimmten,nicht immer an Bord gegebenen Voraussetzungen und nur für einen be-schränkten Kreis von Krankheiten als ein günstiger Heilfaetor anzusehen.Reconvalescenten und nervöse Kranke, die den Aufenthalt in der. erstenKajüte eines modernen Dampfers bestreiten können, dürfen gewiss voneiner ruhigen Seereise einen sehr günstigen Einfluss auf ihre Gesundheiterwarten, Phthisiker aber nur dann, wenn sie in einem heitereren, mildereren

Handbuch der Krankenvereorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 2. Abth. 03