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Vorbereitungen für den Kriegsfall im Sanitätsdienst sind deshalbseit einer Reihe von Jahren bei den verschiedenen Nationen in mannig-facher Ausdehnung angestellt wurde. In Deutschland sind solcheUebungen von Knoevenagel, vom Verfasser, von Peltzer und Jacobiund Nicolai empfohlen worden. Sie gewähren den Vortheil zu lernensich in die Kriegs Verhältnisse einzuleben und den gegebenen Verhältnissengemäss zu disponiren 1 ).
Ein zweiter Punkt die Kriegsbereitschaft des Sanitätswesens zu er-höhen und zu vermehren besteht in dem Austausch der wissenschaft-lichen Erfahrungen zwischen den Nationen. Was von einer Nation ab-gegeben wird an Erfahrungen, fliesst den Verwundeten einer anderenNation zu. Auf dem Gebiet des Militärsanitätswesens giebt es, wieVirchow sagt, keine Geheimnisse.
Wiederholt ist von dem Ohef des Preussischen Sanitätscorps Excellenzvon Ooler auf die Wichtigkeit eines derartigen Austausches gegenseiti-ger Erfahrungen auf den grossen medicinischen Oongressen unserer Tagehingewiesen werden. Mit der vollsten Innehaltung unseres nationalenStandpunktes, sagt der Preussische Generalstabsarzt der Armee, lässt sicheine internationale Förderung der Bestrebungen zum Wohle der Ver-wundeten unschwer vereinen.
In diesem Sinne wird auch in der Zukunft die Arbeit an der Kriegs-krankenpflege und der Krankenversorgung reiche Frucht tragen.
Nur diejenige Armee, sagt Generaloberarzt Haase in seiner bereitserwähnten Preisschrift, wird den Forderungen der Humanität bezüglichder Unterbringung ihrer Verwundeten und Kranken auf dem Kriegsschau-platz nach Möglichkeit entsprechen, welche alle hierauf gerichtetenMaassnahmen schon im Frieden soweit trifft, als sie auf deren recht-zeitige Ausführung nach Erlass des Mobilmachungsbefehls nicht mitvoller Sicherheit rechnen kann.
Die Bergung aber der Verwundeten und Kranken, sagt der Sanitäts-bericht über den Krieg 1870/71, ist nicht nur zeitlich die erste Aufgabeder Sanitätsorgane, sondern auch die Grundlage für jede weitere gedeih-liche Beistandleistung.
Es gilt als allgemein anerkannt, dass in Deutschland die Pflegeund Versorgung des verwundeten Kriegers auf der Höhe der Zeit stehtund dass die ausserdeutschen Staaten sich bemühen dem Deutschen Bei-spiel zu folgen.
Für alle Nationen aber gilt auch in Bezug auf die Kriegskranken-pflege der Grundsatz: Si vis pacem, para bellum.
') v. Oven, Tactische Ausbildung der Sanitätsofficiere. Berlin. Eisenschmidt.1899. Friedheini und Richter, Taschenbuch für den Felddienst des Sanitäts-offleiers. Berlin. Hesse. 1899.