Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
349
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Specielle Krankenversorgung für Soldaten. (Beim Landheer, im Kriege.) 349

In der Schweiz wirkt der Schweizerische Centralverein vom RothenKreuz.

Das Dänische Rothe Kreuz, die Vereine in Schweden und Norwegenhaben wiederholt eine internationale Wirksamkeit entfaltet.

In England vereinigte sich das Westminster Comite, der Britischenationale Verein, das Chafford-PIouse-Comite zu gemeinsamem Handelnin der freiwilligen Kriegskrankenpflege. Der Niederländische Verein zurGewährung von Hülfe an kranke und verwundete Krieger in Kriegs-zeiten, der Belgische Verein vom Rothen Kreuz haben sich im Feldzuge1870 und in den Orientkriegen 1877/78 bewährt.

In Frankreich organisirte sich 1865 ein Verein zur Pflege ver-wundeter Krieger der Land- und Seemacht. Die Hilfe des Central-Comites während des Feldzuges 1870 war eine sehr schwierige; in Italienbestand ein Central-Comite seit 1872; eine Neubildung desselben fand1884 in Rom statt. Die Spanischen und Portugiesischen Vereine übtenin Anschluss an die Baseler Agentur 1870 ihre Thätigkeit aus. DerVorgänger freiwilliger Pflegebestrebungen war in Russland eine Invaliden-Stiftung, die Petersburger patriotische Damengesellschaft, die Gesellschaftzur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger, wirkten segensreichwährend des Serbisch-Türkischen und des Russisch-Türkischen Kriegesund constituirten sich zum Russischen Verein vom Rothen Kreuz. DieBulgarischen und Serbischen Vereine fanden im Serbisch-BulgarischenKriege ein reiches Feld der Thätigkeit. Der Verein vom GriechischenRothen Kreuz leistete in den Kriegsnothständen Beihilfe. Der RotheHalbmond im weissen Feld, das Zeichen des Ottomanischen Vereins zurPflege verwundeter Krieger wurde durch internationale Bemühungenunterstützt. Nord- und Südamerika, Peru, die Afrikanische, die kaiserlich-Japanische Gesellschaft vom Rothen Kreuz entwickelten sich theils selbst-ständig, fcheils wirkten sie nach Europäischem Muster segenspendend undwohlthätig auf dem Gebiet der Krankenversorgung und Krankenpflege.

In Deutschland darf eine internationale freiwillige Hilfe im Inlandenur ausnahmsweise und nur mit kriegsministerieller Erlaubniss erfolgen.

Schlusswort.

Der gesammte Kriegssanitätsdienst aller Nationen muss den wissen-schaftlichen und technischen Errungenschaften gemäss schon im Friedengerüstet und mobil sein. Diese Bereitschaft der Kriegskrankenpflegeund Krankenversorgung kann auf zwei Arten gefördert werden.

Das Wesentlichste im Kriege ist die Schaffung von Unterkunftsstätten;das Aussuchen der Plätze für dieSanitätsdetachements, für die Verbandplätzeund Feldlazarethe. Zweckentsprechende Dispositionen sind selbstständig zutreffen, um auf Grund der gut gewählten Unterkunft die ärztliche Behand-lungsweise anzuwenden. Der Krieg stellt ganz andere Anforderungen an denMilitärarzt wie der Frieden, er verlangt eine ganz andere Thätigkeit mit neuenFormationen und unter viel schwereren Verhältnissen; der Feldsanitätsdienstist ein wichtiger Zweig und schon im Frieden soweit angängig zu üben.