Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
346
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346 Neumann,

Im Inlande werden Vereins]azarethe von Orden, Genossenschaften,Vereinen errichtet. Die ärztliche Aufsicht über diese Lazarethe führtder Chefarzt des örtlichen Reservelazareths, der Reservelazarethdirector,der stellvertretende Generalarzt. Für die militärische Disciplin unterden Kranken sorgt ein commandirter Officier. Die Ausstattung derLazarethe erfolgt durch den Verein, die Haushaltverwaltung wird selbst-ständig geführt. Genesende können in Genesungsstationen und in frei-willigen Privatpflegeanstalten Aufnahme finden.

In ausgiebigster Weise ist in den Vereinslazarethen auf Behandlung,Kranken Versorgung und Krankenpflege Bedacht genommen. Hier wirddie freiwillige Krankenpflege selbstständige segensreiche Thätigkeit ent-falten.

Transportcolonnen vermitteln die Ueberführung Verwundeter von denBahnhöfen nach den Lazarethen und von einem ins andere Lazareth;hier werden besonders die Kriegervereinscolonnen Verwendung finden.

Es harren somit, wie Criegern sagt, der freiwilligen Krankenpflegeim Rücken der Deutschen Armee eine Reihe wichtiger Aufgaben. Gehtdie unüberwindliche Noth hinter dem Schlachtfeld an, so findet derThatendrang freiwilliger Pflege dort seine vollste Befriedigung und segens-reiche Arbeit. Alle Kräfte sind anzuspornen, um den gewaltigen Auf-gaben gerecht zu werden. Das kann nur erreicht werden, wenn schonim Frieden eine freiwillige Mobilmachungfertig" ist. Die Folge einermangelhaften Kriegsvorbereitung ist Planlosigkeit und Verwirrung, diedem Ansehen und der Sache schadet. Eine praktische Kriegsvorberei-tung besteht im Ausbau der Vereinsorganisation und der Verbreitungder gesetzlichen Bestimmungen. Criegern klagt mit Recht, wie geringim Allgemeinen noch das Verständniss für die Aufgaben der freiwilligenKrankenpflege sei. Der Verfasser eines Aufsatzes im Militärwochenblattsagt: es sei der Wahn zu bekämpfen, im Falle der Noth mache sichalles von selber. Gewiss werden sich Quellen aller Art erschliessen, esist aber nothwendig die Quellen schon vorher zu organisiren und kriegs-bereit zu machen. Ruft das Vaterland, so muss auch die freiwilligeKrankenpflegemobil" sein zum Verbinden der Wunden, die der Kriegschlagen wird.

Die schon erwähnte Ausstellung vom Rothen Kreuz hat bewiesen,dass die freiwillige Krankenpflege in Deutschland mobil ist. Die Aus-stellung zeigte u. A. eine Erfrischungs- und Verbandstation, eine Er-frischungs- und Ueberwachungsstation, Arztbaracken, Krankenbaracken,AVirthschaftsbaracken, Küchenzelte mit Hahn'schein Kochherd, Feld-schlächterei, Vereinslazarethe. Von der inneren Einrichtung der Barackenheben wir Folgendes hervor:

5*-

Badezimmer:

1 Arm- .

, } Badewanne,

1 Fuss- j

1 Frottirtuch,

1 zusammenlegbare Badewanne mitOfen, 3 Handtücher,

1 Badethermometer, 1 Handtuchständer,