•286 Heibig,
Selbstmord begingen auf je 100000 Mann in Holland 13, Russland 15,Schweiz 17, England 22, Italien 32, Deutschland ohne Bayern 51, Nord-amerika 78, Oesterreich-Ungarn 99. —• Auf je tausend Verstorbenestanden im ersten Dienstjahre: England 50, Nordamerika 118,Schweiz 285, Russland 338, Holland 365, Deutschland ohne Bayern 468,Oesterreich-Ungarn 475, Italien 536. Man könnte versucht sein aus denletzten Ziffern auf die Sorgsamkeit bei der Aushebung oder auf dieWiderstandsfähigkeit der jüngsten Leute u. s. w. Schlüsse zu ziehen.Es bleibt aber zu beachten, dass diese Werthe wesentlich von der Dauerder Dienstzeit beeinflusst werden.
Den besten Vergleich gewähren die Zahlen der einzelnen Krank-heiten, soweit dabei diagnostische Abweichungen ausser Frage stehen.Es kamen auf je tausend Mann der Kopfstärke Darmtyphusfälle inHolland 1,6, Deutschland ohne Bayern 2,1, Oesterreich-Ungarn 3,4,Schweiz 3,7, Nordamerika 5,4, Spanien 5,8, Bussland 7,2, England 9,6;Ruhrfälle: Holland 0,15, Deutschland 0,32, Oesterreich-Ungarn 1,1,Russland 1,17, Nordamerika 2,5, England 10,8; Erkrankungen anMalariafieber: Deutschland ohne Bayern 1,31, Holland 11,3, Spanien15,6, Oesterreich-Ungarn 25,5, Russland 51, Nordamerika 65,6, England135,8; Gelenkrheumatismus: Russland 5,3, Holland 9,8, Deutsch-land ohne Bayern 10,5, Oesterreieh-Ungam 11,4, Nordamerika 15,5,England 27,3; Lungentuberculose: Oesterreich-Ungarn 1,6, Nord-amerika 2,1, Deutschland ohne Bayern 2,75, England .3,2, Russland 4,2,Holland 4,5, Spanien 7,4, Schweiz 7,8; croupöse Lungenentzündung:Nordamerika 2,9, England 4,5, Holland 6,2, Schweiz 6,4, Oesterreich-Ungarn 6,5, Russland 8, Deutschland ohne Bayern 10,4, Spanien 11,5;Gonorrhoe: Schweiz 1, Deutschland ohne Bayern 18,2, Russland 18,7,Holland 28, Oesterreich-Ungarn 31,8, Nordamerika 49, England 124,2;Syphilis: Schweiz 0,7, Deutschland ohne Bayern 7,3, Holland 7.7,Nordamerika 12,4, Russland 12,5, Spanien 17,1, Oesterreich-Ungarn 18,1,England 141,8.
Wenngleich die vorstehend angeführten Ergebnisse den wissenschaft-lichen Anforderungen an eine vergleichende Statistik wenig entsprechen,so leuchtet daraus immerhin die vielfache Verwerthbarkeit und die hoheBedeutung dieses Wissenszweiges derart hervor, dass eine Betheiligungwenigstens der grossen Culturstaaten an einer gemeinsamen, gesundheit-lichen Heeresstatistik mit dem Beginn des nächsten Jahrhunderts zuhoffen ist. Wenn dieses Ziel erreicht sein wird, lässt sich an eine Er-gänzung des internationalen Militär-Medicinalberichts durch Tabellen überdie Zahl der vorhandenen Aerzte, Hilfsmannschaften, Krankenhäuser,sowie an Uebersichten über die Veränderungen in dem Gesundheits-personal, über den Verbrauch an Heilmitteln, über die Krankenpflege-kosten u. dergl. denken.
Ein Eingehen auf die über einzelne Heere bis jetzt vorliegendenstatistischen Thatsachen würde ein bändereiches Werk füllen. Es seiendeshalb im Folgenden nur wenige kurze Angaben über das Oesterreichische