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2,2 (1903)
Entstehung
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Spezielle Krankenversorgung.

IV. Für Unbemittelte.

VonRegierungs- und Medicinal-Rath Dr. Roth in Potsdam.

I.

Zu denjenigen Aufgaben, deren Förderung bei uns bisher vorwiegendSocialpolitiker und Verwaltungsbeamte sich haben angelegen sein lassen,während Hygieniker und Aerzte ihr im Allgemeinen geringere Aufmerk-samkeit schenkten, gehört die hygienisch und social gleich wichtigeFrage der Armen- und Armenkrankenpflege.

Die Armen- und Krankenpflege lag im Mittelalter in Deutschlandursprünglich in den Händen der Geistlichkeit, der Krankenpflegerorden Ritterschaft des heiligen Lazarus, Johanniter, Hospitaliter, Alexianer,barmherzigen Brüder, Elisabethinerinnen u. a. und der Genossenschaften,Brüderschaften und Gilden. Die private Wohlthätigkeit schloss sichmeist der kirchlichen an. Stifter frommer Spenden übertrugen die Ver-waltung derselben der Kirche. Erst später wandte die städtische Wohl-fahrtspflege dem Armenwesen ihre Aufmerksamkeit zu. Die Armen-pflege ging in einem blossen Almosengeben auf. Gegen den Bettel, derzu einer Stadt- und Landplage ausartete, wurden umfangreiche Bettel-ordnungen erlassen; die berechtigten Almosenempfänger mussten zuweilenein Abzeichen tragen und die Erlaubniss der Stadtobrigkeit zum Bettelnhaben, Arbeitsfähige wurden zur Arbeit gezwungen.

Die ältesten Hospitäler sind geistliche Anstalten. Mit dem Auf-treten des Aussatzes entstanden städtische Krankenanstalten, sogenannteSiechen- ur.d Malatenhäuser oder Guteleutshöfe, in denen man die Krankenzwangsweise internirte. Diese. Anstalten lagen in der Regel vor denThoren der Stadt und waren meistens lichtlose Gebäude, in denendie Kranken in grossen Sälen zusammengehäuft waren. Als im 14. Jahr-hundert der schwarze Tod, die Pest, wüthete, wurden besondere Pest-

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