Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
152
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152 Fei loh onfeld,

Knochen brüche.

Einen Knochenbruch erkennt man an der Beweglichkeit des Gliedes,welche sich an anderer Stelle als in seinem Gelenk befindet, ferner ander Unmöglichkeit, es ohne lebhafte Schmerzen zu bewegen. Manbringe das gebrochene Glied, nachdem es vorsichtig in gewöhnliche Watteeingewickelt ist, in die natürliche am wenigsten schmerzhafte Lage undumfasse es darauf mit einer aus starker Pappe hergestellten Schiene,die wenigstens 2 / 3 seines Umfanges umgiebt. Dieser Verband wird durchbreite Pflasterstreifen oder durch Leinenbinden fest gehalten. Befindetsich der Knochenbrach an den oberen Extremitäten, so giebt man dembetreffenden Gliede vermittelst einer Binde eine feste Lage; ist er aneiner unteren Extremität, so wird diese auf eine horizontale Ebene ge-legt. Darauf transportirc man den Patienten mittelst des städtischenKrankenwagens nach Hause.

Verrenkungen.

Sie sind durch die Unförmlichkeit des verrenkten Gliedes charak-tcrisirt. Man versuche niemals, das Gelenk einzurenken, sondern lassesich genügen, das Glied in die am wenigsten schmerzhafte Lage zubringen. Darauf wird der Transport in derselben Weise, wie er bei denKnochenbrüchen beschrieben ist, bewirkt.

Zahnschmerzen.

Ein kleines Pfröpfchen von entfetteter Watte wird mit Pfeffermünz-tropfen getränkt und auf den kranken Zahn gebracht.

Stichwunden.

Mit der Pincettc wird der Fremdkörper (Feder, Nadel, Splitter u. s. w.)ausgezogen. Dann wasche man mit 2proc. Carbolwasser und durchDruck begünstige man den Ausfluss des Blutes aus der Wunde, die so-dann mit Taflet bedeckt wird.

Wunden.

Sie sind entweder oberflächliche oder tiefe.

1. Oberflächliche Wunden: Diese werden gründlich mit 2proc.Carbolwasser ausgewaschen. Sodann legt man auf dieselben eine Schichtvon Watte, die mit carbolisirtem Glycerin getränkt ist; diese Schicht wirdmit gewöhnlicher Watte bedeckt und Alles mit einer Binde festgewickelt.Wenn die Wunde nicht erheblich ist, so genügt es, ein Stück Taflet daraufy.ü legen.

2. Tiefe Wunden: Diese wäscht man ebenso wie die oberflächlichentüchtig aus. Darauf werden die Ränder der Wunde wieder aneinandergebracht und in dieser Lage durch schmale Pflasterstreifen oder durchWulste von Watte, die an jeder Seite aufgelegt sind, festgehalten. DasVerbinden geschieht in derselben Weise wie bei den oberflächlichen