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2,2 (1903)
Entstehung
Seite
148
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148 Peilchenfeld,

praevcntive Medicin in den Schujen zukommen. Die bei der Behandlungangewandten Mittel sind hauptsächlich blut- und knochenbildende Medi-camente: Leberthran, Jodeisensyrup, phosphorsaure Kalksalze, Blaud-sche und Vallet'sche Pillen, das Pollische Nährmittel; ausserdem wer-den einige local angewandte Mittel benutzt; in den letzten Jahren wurdebesonders auch Granulöse in der Schule behandelt. Die.Medicamente,welche von den Schulärzten verordnet sind, werden umsonst geliefertuud unter Leitung des Arztes von den Lehrern und Lehrerinnen verab-reicht. Die entsprechenden Paragraphen des Reglements für die Schul-ärzte lauten: VIII. Lcs enfants reconnus porteurs de predispositions äcertaines maladies, sont soumis de ce chef, dans 1c local meine del'ecolo, ä im traitement preventif. Les medicaments, que necessite cetraitement, sont prescrits par Je medecin-inspecteur et delivres par lapharmacie du Bureau de Bienfaisance, qui en supporte les frais: Lesmedicaments sont remis au chef d'ecole et administres par les institu-trices et instituteurs, selon les indications du medecin de maniere än'apporter aueun trouble dans les classes. IX. Le medecin-inspecteurtient dans chaque .ecole nn registre des eleves soumis ä ce traitementpreventif; il y indique, outre l'äge et la demeure des enfants, lanature de la predisposition ou de l'affection, qu'il ä reconnue, letraitement qu'il ä institue et les resultats qu'il a constates. Dansla premiere quinzaine de chaque trimestre, il fait parvenir au Collegeechovinal im rapport detaille sur la medecine preventive organisee dansles cooles.

Die erwarteten Folgen dieser eingreifenden Krankenpflege sind nichtausgeblieben. Hautkrankheiten, Ekzeme, Kopfgrind, die früher sehrhäufig waren, wurden äusserst selten, ebenso Scoliosen und Myopiediese wesentlich durch die Aufmerksamkeit der Lehrer auf gute Haltung.Die Zahl der Fehlenden wurde eine geringere.

In ähnlicher "Weise ging Brüssel vor, wo die präventive Behandlungbereits seit 1875 in Anwendung ist. Im Schuljahre 1886/87 wurdendort 2045 Schulkinder in dieser Weise behandelt; von diesen wurden22b als geheilt bezeichnet i. e. 10 pCt., gebessert wurden 1571 =76,8 pCt., kein Resultat wurde erzielt bei 43 = 2,1 pCt., unbekanntblieb das Resultat bei 208 Kindern also 10,2 pCt. Obwohl zeitweiligbis 10 pCt. aller Schulkinder in den öffentlichen Schulen der präven-tiven Medication innerhalb der Schulzeit unterworfen wurden, kamenKlagen über dadurch entstehende Belastung oder entstandene Störungdes Unterrichts von Seiten der Lehrer nicht vor. Das Reglement schreibtvor, dass die z. Z. bestehenden 8 Schulärzte die Verabreichung derMedicamente anordnen und der Austheilung derselben in der Schulewenigstens einmal im Monat selbst beiwohnen müssen. Die Vertheilunggeschieht durch die Lehrer und Lehrerinnen täglich morgens zwischenl) 1 /« und 9 3 /j Uhr. Die Lehrer haben den Schulärzten stets sofort von neuenErkrankungen zu berichten. Die Schulärzte haben genaue Journale zuführen und regelmässige Berichte zu erstatten. Neuerdings soll nach