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sind auf kürzestem Wege zu übermitteln. Die Wochennachweisungen sind so zeitigabzusenden, dass bis Montag Mittag die Mittheilungen über die in der vergangenenWoche bis Sonnabend einschliesslich gemeldeten Erkrankungen und Todesfalle imGesundheitsamt eingehen.
Anlage I.
Desinfectionsanweisung bei Pest.
I. Desinfectionsmittel. a) Kresol, Carbolsäure. 1. VerdünntesKresolwasser. Zur Herstellung wird 1 Gewichtstheil Kresolseifenlauge (LiquorCresoli saponatus des Arzeibuches für das Deutsche Reich, Vierte Ausgabe) mit 19Ge-wichtstheilen gemischt. 1U0 Theile enthalten annähernd 2,5 Theile rohes Kresol. —Das Kresolwasser (Aqua cresolica des Arzneibuchs für das Deutsche Reich, VierteAusgabe) enthält in 100 Theilen 5 Theile rohes Kresol, ist also vor dem Gebrauche mitgleichen Theilen Wasser zu verdünnen. 2. Carbolsäurelösung. 1 Gewichtstheilverflüssigte Carbolsäure (Aciduin carbolicnm liquefaclum) wird mit 30 GewichtstheilenWasser gemischt, b) Chlorkalk. Der Chlorkalk hat nur dann eine ausreichendeund desinficirende Wirkung, wenn er frisch bereitet und in wohlverschlossenen Ge-fässen aufbewahrt ist; er muss stark nach Chlor riechen. Er wird in Mischung von1 : 50 Gewichtstheilen Wasser verwendet, c) Kalk, und zwar: 1. Kalkmilch. ZurHerstellung derselben wird ] Liter zerkleinerter reiner gebrannter Kalk, sogenannterFettkalk, mit 4 Liter Wasser gemischt und zwar in folgender Weise: Es wird vondem Wasser etwa 3 / 4 Liter in das zum Mischen bestimmte Gefäss gegossen und dannder Kalk hineingelegt. Nachdem der Kalk das Wasser aufgesogen hat und dabei zuPulver zerfallen ist, wird er mit dem übrigen Wasser zu Kalkmilch verrührt. 2. Kalk-brühe, welche durch Verdünnung von 1 Theile Kalkmilch mit 9 Theilen Wasserfrisch bereitet wird, d) Kaliseife. 3 Gewichtstheile Kaliseife (sogenannte Schmier-seife oder grüne Seife oder schwarze Seife) werden in 100 Gewichtstheilen siedendheissem Wasser gelöst (z. 13. 1 / 2 kg Seife in 17 Liter Wasser). Diese Lösung istheiss zu verwenden, e) Formaldehyd. Der Formaldehyd ist ein stark riechendes,auf die Schleimhäute der Luftwege, der Nasen, der Augen reizend wirkendes Gas,das aus Fornralin, einer im Handel vorkommenden, 25procentigen wässerigen Lösungdes Formaldehyds (Formaldehydum solutum des Arzneibuchs) durch Kochen oderZerstäubung mit Wasserdampf oder Erhitzen sich entwickeln lässt. Das Formalin istbis zur Benutzung gut verschlossen und vor Licht geschützt aufzubewahren. DerFormaldehyd in Gasform ist für die Desinfection geschlossener oder allseitig gut ab-schliessbarer Räume verwendbar und eignet sich zur Vernichtung von Krankheits-keimen, die an frei liegenden Flächen oberflächlich oder doch nur in geringer Tiefehaften. Zum Zustandekommen der desinficirenden Wirkung sind erforderlich: vor-gängiger, allseitig dichter Abschluss des zu desinficirenden Raumes durch Verklebung,Verkittung aller Undichtigkeiten der Fenster und Thüren, der Ventilationsöffnungenund dergleichen. Entwicklung von Formäldehyd in einem Mengenverhältnisse von5 g auf 1 cbm Luftraum, gleichzeitige Entwickelung von Wasserdampf bis zu einervollständigen Sättigung der Luft des zu desinficirenden Raumes (auf 100 cbm Raumsind 3 Liter Wasser zu verdampfen), wenigstens 7 Stunden andauerndes ununter-brochenes Verschlossenbleiben des mit Formaldehyd und Wasserdampf erfülltenRaumes; diese Zeit kann bei Entwickelung doppelt grosser Mengen von Formaldehydauf die Hälfte abgekürzt werden. Formaldehyd kann in Verbindung mit Wasserdampfvon aussen her durch Schlüssellöcher, durch kleine in die Thür gebohrte OelTnungenund dergleichen in den zu desinficirenden Raum geleitet werden. Werden Thürenund Fenster geschlossen vorgefunden und sind keine anderen Oeffnungen (z. B. für