Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
724
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724 G. Meyer,

Die Gesellschaft erhält jährlich vom Stadtrath von Prag eine Unter-stützung von 2600 Gulden.

In Reichenberg besteht seit 1865 ein freiwilliges Rettungscorps.Die Mitglieder werden in der ersten Hülfe ausgebildet und leisteten imersten Jahre in 31 Fällen Hülfe. Im nächsten Jahre erhöhte sich dieZiffer auf 304, es wurde eine Station eingerichtet, jedoch erst am1. November 1897 mit einem Nachtdienst daselbst begonnen. Auch einRettungswagen wurde angeschafft. Vom 1. April 1897 im ersten Jahrewurden 26 Transporte ausgeführt. 538 Hülfsleistungen zählte der Verein1897, 1898: 598. Der Verein hat Räderbahren, Pontons zur Hülfe beiUeberschwemmungen, sowie sonstige Geräthschaften. 1897 erhielt ereinmal eine städtische Unterstützung von 200 Gulden. Ein für dieNacht geplanter Aerztedienst konnte bisher nicht eingerichtet werden,daher haben auf der Station Nachts drei Mitglieder des Corps Wache.Das Corps hat seit 1899 den NamenFreiwillige Rettungsgesellschaft' 1angenommen.

Seit 1887 besteht in Temesvär eine freiwillige Rettungsgesellschaft,welche drei Wachtlocale mit je einem Heilgehülfen unterhält, welcherauf Anruf Folge leistet. Die Krankentransporte werden mit Tragen aus-geführt. Die Aerzte sind Ehrenmitglieder der Gesellschaft, einige jüngereAerzte halten Vorträge. Die Stadt unterstützt die Gesellschaft durcheinen jährlichen Beitrag von 500 Gulden. Im Jahre 1897 wurde 625Personen erste Hülfe geleistet.

In Triest verdankt die freiwillige Rettungsgesellschaft ihre Ent-stehung einer Poliklinik, welche 1886 von einigen Aerzten begründetwurde. Neben der ambulatorischen Behandlung unbemittelter Krankerfand erste Versorgung Verletzter und plötzlich Erkrankter statt. Anverschiedenen Stellen der Stadt und in Apotheken wurden Tragbahrenaufgestellt, Curse in erster Hülfe begonnen. Nachdem die Wienerfreiwillige Rettungsgesellschaft die gesammte Einrichtung einer StationderSocietä della Poliambulanza" angeboten, wurde 1899 eine Stationim Oentrum der Stadt errichtet. Hier befinden sich die Räume fürdas Ambulatorium und die Rettungswache. Die Gemeinde zahlt einenZuschuss. Die Einrichtung ist der der Wiener Gesellschaft ähnlich,aber es werden mehr plötzlich Erkrankte in ihren Wohnungen be-handelt, daher auch der NameStazione di soccorso e Guardia medica".Jährlich erhalten etwa 10 000 Kranke im Ambulatorium und 8000 bis9000 Verletzte Hülfe.

1) Russland.

Die Einrichtung der freiwilligen Rettungsgesellschaft in Lodz istbeim Krankentransportwesen erwähnt.

Die freiwillige Rettungsgesellschaft in Warschau wurde am 17. Januar1896 begründet. Die ersten Hülfsleistungen wurden vorher in der Stadtdurch Bader, ferner auch von den diensthabenden Polizisten und auf denPolizeibureaux ausgeübt. Dann wurde eine Verfügung erlassen, dass im