Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
704
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704 G. Meyer,

.stellen eingerichtet. Im Ganzen ist ein einheitliches Zusammen- odervielmehr Nebeneinanderwirken beider Gesellschaften hergestellt worden.Die freiwillige Sanitätscolonne erhält vom Stadtmagistrat eine jähr-liche Unterstützung von 3000 Mk. Der freiwilligen Rettungsgesellschaftwird seit dem Jahre 1901 unentgeltliche Abstellung von 2 Pferden ausdem städtischen Marstall und billige Abmiethung von Oertlichkeiten fürdie Fahrzeuge, Sanitätsstation und Stauung für die eigenen Pferdegewährt.

r) Nürnberg.

Der Rettungsdienst ruht auch hier seit December J.895 in denHänden der freiwilligen Sanitätshauptcolonne, welche eine Rettungswacheerrichtet hat, in welcher der Dienst von den Mitgliedern der Colonneversehen wird, während Aerzte die Beaufsichtigung ausüben.

Die freiwillige Sanitäts-Haupt-Colonne Nürnberg, welche im Verbände desbayerischen Landeshülfsvereins vom llothen Kreuze steht, hat zunächst die Aufgabe,ihre Mannschaften zur Unterstützung des Militärsanitätsdienstes im Felde zu schulenund vorzubereiten, sodann auch die erste Hülfe bei Unglücksfällen und Nothständenzu leisten. Für letztere Aufgabe ist die ständige Sanitätswache errichtet, welche dieerste Hülfe leistet bei Unfällen, Erkrankungen und Katastrophen jeglicher Art. DieColonne übernimmt ferner Krankentransporte innerhalb der Stadt wie nach auswärts.Sie verfügt über ein gründlich ausgebildetes, ärztlich geschultes, ständiges und frei-williges Personal.

In Bedarfsfällen wird auch die erste ärztliche Hülfe vermittelt. Der Rettungs-dienst ist unentgeltlich, ebenso Krankentransporte für Unbemittelte."

Die Wache selbst ist mit allen erforderlichen Gegenständen ausge-rüstet, der Fuhrpark ist im vorigen Artikel ausführlich beschriebenworden. Im Jahre 1900 wurde die Wache von 2739 Hülfesuchenden inAnspruch genommen. In den früheren Jahren betrugen die Zahlen:1895 1896 1897 1898 1899

54 1488 1918 2367 2955 Fälle.

s) Stettin.

Am 1. Juli 1895 erfolgte die Einstellung eines Krankenwagens unddie Anlage einer Sanitätswache mit erforderlichem Material in der Haupt-wache der Berufsfeuerwehr. Bis zum 31. März 1896 wurde von denausgebildeten Mannschaften der Feuerwehr in 639 Fällen erste Hülfegeleistet bezw. Krankentransporte ausgeführt. Die Thätigkeit derFeuerwehr für Rettungszwecke steigerte sich bedeutend und betrug inden nächsten Jahren 1195, 1368, 1479, 1847, 1995 Fälle. Bei ein-zelnen Gelegenheiten rückte ein Arzt mit zur Unfallstelle aus.

Eine Umwandlung des gesammten Rettungswesens datirt in Stettinseit der Begründung der Stettiner Rettungsgesellschaft. DerBericht über die Verwaltung der Feuerwehr und der Strassenreinigung' :für 1899/1900 giebt hierüber folgende Darstellung:Eine von Berlinausgehende lebhafte Agitation für die Einrichtung von Unfallstationen