Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
665
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 665

Zeche Shamrock bei Herne, welche ein Werk des BergwerkdirectorsG. A. Meyer sind, und welche als ein Beispiel für ähnliche Veran-staltungen an dieser Stelle ausführlicher dargestellt werden sollen.

Die Vorkehrungen für die erste Hülfsleistung auf Shamrock sindauf dem allgemein anerkannten Grundsatz aufgebaut, den durch denUnfall eingetretenen Schaden auf das vorhandene Maass zu beschränken.Das Gebiet des eigentlichen Heilverfahrens wird, abgesehen von derReinigung und der Anlegung eines Notverbandes, nicht betreten.

Es befindet sich in jedem Steigerrevier eine bestimmte Auf-bewahrungsstelle für folgende Hülfsleistungsmittel:

1. Eine cylindrische Blechbüchse von 45 cm Länge, 13 cm lichtemDurchmesser; in dieser liegen folgende Gegenstände:

2 Holzschienen, 20 cm lang, 5 cm breit, Oberarm,

" 77 40 77 „ 5 „ „

Unterarm,

2 77 ^° 77 77 ° 77 77

Unterschenkel,

4 Mullbinden, 5 m lang, 10 cm breit,

4- 'S 'S

^ 77 " 77 77 " 77 77

100 g Verband watte.

An der cylindrisclien Schlussfläche zwischen Büchse und dem auf-schiebbaren Deckel ist an der ersteren Filzstoff aufgelegt, der einennahezu luftdichten x\bschluss der Büchse ermöglicht und erfahrungs-gemäss die Verbandmittel vollständig gegen Einstauben schützt.

Die für die Beförderung der Verletzten in und aus dem Bergwerkerforderlichen Gerätschaften sind im Abschnitt „Krankentransportwesen"dargelegt. Eine wollene Decke zum Einwickeln des Verletzten vor derBeförderung ist nicht zu entbehren. In nächster Nähe des Schachtesbefindet sich die Verbandstube über Tag. Dieselbe ist in Shamrockgenau wie eine Rettungswache in einer Stadt ausgestattet. Sie enthältneben den sonst gebräuchlichen Gegenständen noch eine Badewanne,auf deren Notwendigkeit für verschiedene Unglücksfälle ich oben hin-gewiesen. Die Badewanne kann jederzeit mit dem aus der benachbartenWaschkaue durch eine Rohrschlange gewärmten Wasser gefüllt werden.Die Ausstattung, welche nach Löbker's Angaben hergestellt ist,kostet im Ganzen 1760 Mk., wovon allein 1260 Mk. auf einenKrankenwagen und eine Räderbahre entfallen. Die Ergänzung derVerbandmitte] stellte sich 1897 auf ungefähr 900 Mk. Die Kranken-beförderungsmittel sind auf der einen Seite vom Flur der Rettungswacheaufgestellt, während man von der anderen Seite des Flures die Verband-stube betritt.

Seit 1893 ist auch nach dem Muster der Englischen Bergwerkeeine besondere Sanitätscolonne aus Bergleuten gebildet. Nach einem vonMeyer 1898 gehaltenen Vortrage werden die Mitglieder der Colonne vondem fachmännischen Leiter, einem früheren Sanitätssergeanten, aus-gebildet. Die Colonne zählt gewöhnlich etwa 30 bis 40 Mitglieder. Sieerhalten für jede Uebungsstunde eine kleine Vergütung. In den dreiJahren von 1896—98 waren die Colonnenmitglieder mehr als'200 mal