Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 639
werden, sind sehr bedeutende. 1897/98 betrugen sie rund 137 000 Kronen.Die Stationen sind zum grössten Theil durch Fernsprecher, einzelne auchdurch Telegraph miteinander verbunden, um im Falle der Noth sichgegenseitig unterstützen zu können.
Die Societe centrale de Sauvetage des Naufrages in Frank-reich wurde 1865 mit dem Zweck begründet, Schiffbrüchigen und denOpfern der Unfälle zur See an der gesammten Küste Frankreichs, Algiersund Tunis Hülfe zu bringen. Mehr als 500 Rettungsposten sind an denKüsten, von denen 77 Kanonenstationen sind. Bis zum 1. März 1900betrug die Zahl der geretteten Personen 11 727, die Zahl der gerettetenSchiffe 1084. Auf den Stationen sind auch Leinenapparate, -welche mitGewehr abgeschossen werden.
Die seit 1824 bestehende Royal National Life-Boat Institutionin Grossbritannien besitzt als Rettungsboote auch kleine Dampfer undferner auch verschiedene Arten von Rettungsruderbooten. Die Geräth-schaftshäuser etc. haben das gleiche Aussehen wie in anderen Ländern.Im Jahre 1899 sind 609 Lebensrettungen zu verzeichnen, seit Bestehender Gesellschaft 41 842. Im Ganzen sind in England 290 Rettungsbootevorhanden.
Die Noord-en Zuid-Hollandsche Redding-Maatschappijist die älteste Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Sie besteht seit11. November 1824 und bezweckt durch Bereitstellung geeigneter MitteLam Strande die Küstenbewohner in den Stand zu versetzen, Versuchezur Rettung Schiffbrüchiger zu unternehmen. Bis zum Ende des Jahres1900 wurden 3966 Personen gerettet.
Norwegen besitzt eine Anzahl von den Behörden eingerichteterStationen zur Rettung Schiffbrüchiger, welche aus einem Holzschuppenmit Rettungsapparaten bestehen. Ferner ist an einzelnen Stellen einBootsschuppen mit Rettungsboot bereit. Dieser Dienst wird ergänzt durchdie seit 1891 wirkende Norsk Selskab til Skibbrudnes Redning.Diese Gesellschaft haf Rettungsboote an der Küste aufgestellt und Rettungs-apparate vertheilt. Sie besitzt 13 Rettungsboote. Als Rettungsboot wirddie „Redningsköite", Rettungsschute, von 0ollin Archer, dem Erbauerdes Nansen'schen Schiffes „Fram" benutzt. Die Boote enthalten Raketen-apparate, welche sonst in Stationen an der Küste stehen. Das Rettungs-werk ist wegen der örtlichen Verhältnisse der Küste sehr erschwert. InChristianiafjord sind drei offene Wachtboote zur Hülfe von verunglücken-den Vergnügungsseglern bereit gestellt.
In Portugal besteht das Instituto de Soccorros a Naufragos,welches unter Aufsicht der Regierung steht, obwohl es private Einrichtungist. Es sind 19 Rettungsstationen in Portugal, Azoren, Madeira vor-handen, welche mit Rettungsbooten, Raketenwagen und Raketengewehrenausgerüstet sind.
Die Kaiserlich Russische Gesellschaft zur Rettung von aufdem Wasser Verunglückten hat ihre Thätigkeit an der Küste desSchwarzen Meeres, besonders im Hafen von Odessa. 1898 wurden