Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
618
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618 G. Meyer,

teter Form aufgelegte Gaze in viel höherem Maasse, als dicht zu-sammengelegte zur Aufsaugung von etwa aus einer Wunde aus-tretendem Blut geeignet. Die verschiedene Färbung der Binde undder Gaze ermöglicht eine leichte Unterscheidung dieser Verbandstückebeim Anlegen des Verbandes. Das Päckchen ist noch im Ganzenzusammengepresst, damit es möglichst kleinen Raum einnimmt, sodass es leicht auch vom Arzte mitgeführt werden kann.

Neben der roth aufgedruckten Bezeichnung der Körpergegend, fürwelche jedes einzelne Päckchen bestimmt ist, Jindet sich aussen aufjedem Päckchen der Vermerk:Gebrauchsanweisung auf der Innenseite".Diese natürlich für Nichtärzte bestimmt lautet:

Inhalt: Sublimat-Krüllgaze (roth gefärbt)comprimirte MullbindePegamoidhülJeSicherheitsnadel.

Anwendung: Man fasse die Krüllgaze mit reinen Fingern an einer beliebiger. Stelleund lasse den übrigen Theil derselben zuerst von oben her auf dieWunde fallen. Hierauf bedecke man die Krüllgaze mit der innerenSeite der Pegamoidhülle und befestige beides mit der Binde.

Kegel: 1) Vor dem Anlegen des Verbandes sind die Hände mit Seife undBürste gründlich zu reinigen.2) Eine Wunde darf nicht mit den Fingern berührt werden.

Sind Aerzte mit diesen genannten Stücken versehen, so sind siefür den Nothbedarf gerüstet. Zur ständigen Ausstattung des Arztesgehört ferner eine Unterhautspritze, weil der Arzt jederzeit in derLage ist, Unterhauteinspritzungen in Fällen ausführen zu müssen, zuwelchen er unvorbereitet kommt. Es kann dies sich ferner bei Patientenereignen, welche der Arzt bereits längere Zeit besucht, und beiwelchen irgend ein Umstand an einem Tage eine Einspritzung er-heischt. Von medicamentösen Stoffen für die erste Hülfe beziehungs-weise den täglichen Gebrauch kommen hauptsächlich in Betracht schmerz-stillende, blutstillende, belebende und ferner Diphtherieheilserum. Fürdie ersteren sind besonders Morphium und Cocain in Bereitschaft zuhalten, für die Blutstillung kommt Ergotin in Frage, und für Wieder-belebung Aether und Kamphor vorzüglich in der Form von Schwefel-äther mit Kamphoröl zu gleichen TheiJen. Alle diese Mittel sind seitlängerer Zeit in zugeschmolzenen kleinen Glasröhrchen in bestimmtenGaben vorräthig, sodass vor dem Gebrauche nur die Spitze des ßöhr-chens abzubrechen ist, um den Inhalt direct in die Spritze aufzuziehen.Ferner hat man seit längerer Zeit Morphium in kleinen gepresstenTabletten vorräthig gehalten, um mit gekochtem Wasser die Herstellungeiner Lösung zur Einspritzung zu ermöglichen. Letzteres Verfahren er-scheint umständlicher als das erste.

Bestehen in einer Stadt besondere Vorkehrungen für ersteHülfe, so kann der diensthabende Arzt ebenfalls mit diesen einfachen