570 G. Meyer,
selegirte Medicamente und Gebrauch dieses Tractats,
vermöge bisheriger reichen Erfahrung, die gewöhnlichen,
auch schweren Krankheiten, sicher, und mit gutem
Success curiren könne,
abget'asset von
D. Christian Friedrich Richtern,
Med. pract. in Halle,
Und zum Siebenzehenten mal mit einem verbesserten
Register heraus gegeben.
Gedruckt im Jahr 1764.
Kurtzer
Und wohlgemeinter
Unterricht /.
Wie doch bey itzt hin und wieder gtassi-
render und ansteckender
Seuche /
Oder
Höchst- gefährlichen
Pest-Fiebern /
Sich männiglich / so viel möglich prae-
serviren / und zur Noht bey Abwesenheit
eines Medici, oder Chirur-
gi curiren könne /
Dem Sechsten / sonderlich aber den Arme
und Unvermögenden zu Nutz und Besten /
Auffgesetzt von
Tobia Heinsio, D. im Marg-
graffthum Nieder-Laussnitz / sonderlich des
Gubnischen Kreises / und der Stadt
Guben bestellten Fhysiko Ord.
Berlin /
Itzo verlegt von Rupert Völcker /
Buchhändlern.
Gleichfalls ist aus jener Zeit das Bestreben zu erwähnen, 'währendder Zeit der Noth die Bereitschaft ärztlicher Hülfe sicherzustellen. Inder Schrift von Habersack:
Relation, In welcher beygebracht wird / was gestalten die Wienne-rische Neustatt Mit der Pest angesteckt worden: etc. Wienn in Oester-reich / 1681.findet sich folgender Passus:
„Die inficirte Persohnen seynd in das vorhero schon zubereiteLazareth gebracht worden / allda sie von den verordneten Pest-Artzten /welcher der Beschauer genennet wird / versehen / und verbunden worden.
Damit aber kein Abgang in Ermanglung der Beschauer oder Pest-Artzt seye; ist einem andern vorhero das Wart-Geld bezahlt worden / mitNamen Caspar Seidl einen Baader-Gesellen / deme ein eigne Wohnungin der Statt nächst denen Ringmauren ein bequemes Orth zubereitetworden / auch aller anderer unnothwendiger Aussgang verbotten: damit