544
G. Meyer,
um es in den Mund einzuführen. Durch eine Ventileinrichtung erhältder eine der beiden Theile, wenn das Geräth in Thätigkeit versetzt wirdLuft aus der Atmosphäre, der andere aus den Lungen. Drückt manden Apparat wieder zu, so geht die aus den Lungen gezogene Luft ausdem einen Theil in die Atmosphäre, durch den zweiten streicht dieatmosphärische Luft in die Lungen. „Da man aber durch unvorsichtigeszu schnelles Treiben der Blasebälge leicht schaden kann, so sollte dieseHandlung nur von Personen übernommen werden, die den Mechanismusder Respiration kennen." Das Verfahren ist natürlich heute nicht mehrin Anwendung.
Abbildung 5.
Dr. Gorey's Blasebalg zur Einbringung von Sauerstoff in die Lungen 1790.
Bemerkenswerth ist die dann folgende Beschreibung. Wenn mandem Kranken statt der gewöhnlichen dephlogistisirte Luft zuführenwollte, so konnte unter dem einsaugenden Ventil des einen Blasebalgeseine mit „Lebensluft" gefüllte und mit Hahn verschlossene Blase, ange-schraubt werden. Dieses Gas ist „bekanntlich derjenige Bestandtheil derordentlichen atmosphärischen Luft, ohne den dieselbe zum Brennen desFeuers und zum Athemholen nicht brauchbar ist, und den man haupt-sächlich aus erhitztem Braunstein oder Salpeter in derjenigen Reinheitund Unvermischtheit entwickeln kann, dass er das Brennen des Feuerssowohl als das Athemholen in hohem Grade befördert und erleichtert".Es wurde also bereits damals Sauerstoff zur Wiederbelebung Be-wusstloser angewendet. Die in der Abbildung 5 an dem Blasebalg