Fürsorge auf dem Gebiete des KrankentransporUvesens. 499
innerlichen und ansteckenden Kranken nöthig. Für die Beförderung vonerkrankten oder verunglückten Menschen in Städten sind mit Pferdenbespannte Krankenwagen als das beste Mittel anzusehen. Ausnahmendürfen hiervon nur Transporte auf ganz kurze Entfernungen bilden, woTragbahren zur Verwendung gelangen können. Räderbahren sollten inStädten überhaupt nicht gebraucht werden, obwohl sie in London z. B.noch in Anwendung sind. Die Wagen für Beförderung ansteckenderund anderer innerlich Erkrankter sind so einzurichten, dass siedem Kranken grösste Bequemlichkeit und Sicherheit und der UmgebungSicherheit vor etwaiger Uebertragung bieten. Dies wird durch den Bauund die Einrichtung der Wagen — zur sicheren und bequemen Lagerungder Kranken mit der Möglichkeit leichter Desinfection — erreicht. DieZahl der Krankenwagen muss eine genügend grosse sein. Wichtig ist,dass ein wohlgeübtes Krankentransportpersonal (Krankentransportkolonne)vorhanden ist, welches für jeden Transport zur Verfügung steht. Dieseshat für jeden Transport reine waschbare Kleider anzulegen, welche nachdem Transport ausgezogen und desinficirt werden. Die Träger habennach jedem Transport eines ansteckenden Kranken zu baden, min-destens — falls das nicht ausführbar — täglich ein Mal. Bei jedemTransport muss wenigstens ein Begleiter oder Begleiterin innen im Wagenvorhanden sein, welcher mit Kenntnissen in der ersten Hülfe und imKrankentransportdienst ausgerüstet ist. Erforderliche Erfrischungs- undVerhandmittel, Wärmflasche, Eisbeutel dürfen nicht fehlen. Die Trans-porte besonders der ansteckenden Kranken müssen kostenlos ausgeführtwerden. Aus diesem Grunde schon empfiehlt es sich, dass das Kranken-transportwesen, wie es ja auch in den meisten Städten der Eall ist,auf Kosten der Behörden eingerichtet, erhalten und überwacht wird, seies, dass diese Privatunternehmer mit der weiteren Ausführung betrauen unddiese dann überwachen, oder, was besser ist, dass sie Wagen und Pferdeoder wenigstens erstere selbst anschaffen und an bestimmten Orten ein-stellen. Auch wenn die Behörden einen eigenen Marstall und Fuhrparkmit Personal einrichten und auf eigene Kosten erhalten, können dennochPrivatfuhrunternehmungen für diesen Zweck bestehen, wie das Beispielvon Wien zeigt, wo ausserdem noch ein sehr grosser Theil der Kranken-transporte von der Rettungsgesellschaft ausgeführt wird.
Am besten ist es, die Wagen in den Krankenhäusern oder Feuer-wachen unterzubringen. Ist dies nach der Lage der Hospitäler in einerStadt nicht zweckmässig, so empfiehlt sich die Anlegung besondererKrankentransportstationen an verschiedenen Stellen der Stadt, in welchenWagen und Pferde sowie Krankenträger stets vorhanden sind. DieFeuerwehren eignen sich, wie das Beispiel zahlreicher Deutscher Städtezeigt, in besonderem Maasse für eine Vereinigung mit dem Kranken-transportdienst. Die Pferde' sind möglichst an dem gleichen Orte wiedie Wagen unterzubringen, da sonst mit der Herbeischaffung der letzterenim Bedarfsfalle zu viel Zeit verloren gehen kann, was beim Transportevon Verunglückten, sowie von Kranken, wo dringende Operationen er-
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