Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
496
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496 G. Meyer,

5. China.

In Hongkong hat jede Polizeistation Krankenwagen zur Beförde-rung Verunglückter und Kranker, welche auch bei Sportwettkämpfen inBereitschaft stehen. Im eigentlichen China sind keine besonderen Vor-kehrungen für Beförderung von Kranken vorhanden.

6. Japan.

Seit alten Zeiten benutzt man hierKago" zur Beförderung vonKranken, d. h. Sänften, welche an Stäben hängend von 2 Trägern aufden Schultern getragen werden. Für Reisende wurdeSinrikisha" (zwei-rädriger Menschenkraftwagen, welcher an einer Deichsel von Menschenfortbewegt wurde) vor Einführung der Eisenbahnen benutzt. Für Reisenwird Kago jetzt gar nicht mehr verwendet. Das Geräth hat eine Längevon 4 Fuss, Breite von 3 Fuss und Höhe von 1 Meter. Die Wändebestehen aus Holz und Bambus. Beide Seitenwände haben Fenster undkönnen herausgezogen werden, um das Einsteigen zu erleichtern. Aufdem Boden liegen gewöhnlich weiche Decken, eine Lehne und Arm-stützen sind vorhanden. Die Decke des Raumes ist wasserdicht, aussenist sie mit 2 eisernen Haltern versehen, durch welche eine Holzstangeaus Kiribaum hindurchgesteckt wird. Die Enden der Stange werdenvon 2 Trägern auf den Schultern getragen. Aehnlich gebaut istTsri-dai" (Wagen mit Rädern), aber ohne Seitenwände und Decke. DiesesGeräth ist ein langer und schmaler Kasten, an den Enden befinden sichhervorstehende Stützen, an welchen Bambusstäbe befestigt sind, welchereifenförmig nach oben hervorragen. Oben wird durch diese eine Bambus-stange durchgeführt, und über diese dann eine wollene Decke gebreitet,welche so das Innere des Geräths abschliesst. Die Kago und Tsridaiwerden jetzt besonders für die Beförderung von Schwerkranken gebraucht,während in Sinrikisha Gesunde oder Leichtkranke, welche sitzen können,transportirt werden. Ausserdem werden Tragen in Japan benutzt, welcheseit etwa 25 Jahren aus Deutschland eingeführt sind. Die Beförderungvon ansteckenden Kranken in dem öffentlichen Verkehr dienenden Be-förderungsmitteln ist verboten.

7. Kapland.

In allen grösseren Plätzen des Landes sind mit Pferden bespannteKrankenwagen vorhanden, an kleineren Orten Tragbahren. In Kapstadtwerden Verunglückte zumCasualty Ward" (Rettungswache) geschafft,nachdem ein Transportgeräth herbeigeholt ist.

8. Mexiko.

Die Einrichtungen sind noch nicht sehr zahlreich. In Guanajuatosind 6 Tragbahren zur Beförderung von Verwundeten vorhanden, derenunterer zur Aufnahme des Kranken benutzter Theil aus verzinktem Eisen-blech besteht, während oben ein Schutzdach aus Segeltuch vorhanden