474 G. Meyer,
Desinficiren der Hände mit Sublimat. 2 Schränke sind mit den Bettenfür die wachthabenden Kutscher versehen. Im Oberstock befinden sichdie Wohnräume für die wachthabenden Personen.
Für jeden Wagen ist ein grosser Beutel aus Leinewand vorgesehenwelcher stets mitgeführt wird, und Schienen sowie Verbandstoffe enthält,damit sogleich, wenn der Wagen von einem Polizisten oder einer anderenPerson zur Hülfe bei einem Unfall angehalten wird, die notwendigenVerbandmittel zur Stelle sind. Ferner befinden sich im Oberstockdie Aufbewahrungsräume für Decken, Kissen, Matratzen und anderebeim Transport erforderlichen Gerätschaften. Rechts von dieser Stationsind die Stallungen und Wagenremisen für die Ambulanco urbaine, welchedie Beförderung der Verunglückten und Verletzten zu besorgen hat, welcheim Aufsatz Rettungswesen zu schildern ist.
Die beiden anderen oben genannten Stations d'Ambulances muni-cipales sind genau wie die hier beschriebene Abtheilung der Station mixteeingerichtet.
Das Personal der Station besteht aus dem wachthabenden Telepho-niston, dem ärztlichen Personal für die chirurgische Krankentransport-station, den begleitenden Pflegerinnen für die Transporte der anstecken-den Kranken und einer Anzahl von Kutschern. Sobald die Kutscherihren Dienst in den Stationen antreten, haben sie sich mit den vorge-schriebenen Anzügen zu bekleiden. Eins der vorhandenen Pferde stehtfertig angeschirrt, die anderen beständig bereit angespannt zu werden.Ertönt die Alarmglocke des Telephonisten, schirrt der an der Reihebefindliche Kutscher schleunig sein Pferd an, besteigt den Bock underwartet weitere Befehle vom diensthabenden Arzt oder der Pflegerin.Es sind für alle erdenklichen Massnahmen besondere Verordnungen er-lassen, welche streng innegehalten werden müssen.
Auf der Trage liegen die Kranken auf Matratze und Kopfkissen.Ueber der Matratze ist eine Decke ausgebreitet, um deren directe Be-rührung mit dem Kranken zu verhüten. Nach jedem Transport einesansteckenden Kranken, d. h. mit Unterleibstyphus, Pocken, Masern,Scharlach, Diphtherie, Keuchhusten, Tuberkulose, Lungenentzündung, Rose,Wochenbettfieber und jeder anderen übertragbaren Erkrankung, muss derWagen sofort zur Station zurückkehren, wo die Decken, Matratzen undanderen der Ansteckung ausgesetzten Gegenstände in Säcke verpackt wer-den, welche jeden Abend zur städtischen Desinfectionsanstalt befördertwerden. Das Innere und die anderen beweglichen Gegenstände desWagens werden sogleich mit grossen Mengen Wassers vermittelst einesZerstäubers oder Eimers gesäubert.
Der Wagen wird nach Notwendigkeit abgebürstet oder mit Schwammabgewaschen. Die Waschungen geschehen mit einer Lösung von Sublimat1 : 1000. Das Desinfectionsamt sorgt dafür, dass jede Transportstationstets genügenden Vorrath antiseptischer Flüssigkeiten besitzt. Der Wagendarf nur nach Ausführung dieser Maassnahmen und nach gehöriger Trock-nung zu einem neuen Transport gebraucht werden. Reine Decken,