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2,1 (1902)
Entstehung
Seite
440
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440 G. Meyer,

der Schiffe werden mit strömendem Dampf desinficirt. Die Krankensälewerden häufig gewaschen und nur desinficirt, wenn die Schiffe von Ar-beitern ausgebessert werden müssen. Die Desinfection der ausser Betriebgesetzten Schiffe erfolgt mit Schwefeldämpfen, die der Krankelsäle mitSublimat.

Im Jahre 1895 kamen 1045 Kranke zu den Werften; von diesenwurden 905 direct und 21 nach Beobachtung zum Hospitalschiff beför-dert. Zwei starben in den Baracken, drei auf den Dampfern, einer wurdevon den Baracken entlassen, so dass im Ganzen 932 Pockenkranke 1895in den Werften aufgenommen waren; von den übrigen 113 wurden 43direct nach Hause entlassen, weil sie keine Pocken hatten, 69 nachBeobachtung fortgesendet: ein Kranker starb an Unterleibstyphus".

Das Verfahren des Flussschiffkrankentransportes hat sich auch infrüheren Feldzügen bewährt. Besonders ist diese Beförderungsart imAmerikanischen Kriege 1865 angewendet worden. Ferner war auf derinternationalen Ausstellung für Gesundheitspflege und Rettungswesen 1876in Brüssel ein Krankentransportschiff ausgestellt, welches die Schwe-dische Gesellschaft vom Rothen Kreuz hergerichtet hatte, und welchesich in meiner Arbeit 1894 abgebildet. Seit mehreren Jahren habendie Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz auch auf den Krankentransportauf Schiffen ihr Augenmerk gerichtet und denselben auf ihren TJebungeneifrig betrieben. So wurden in Bayern Uebungen mit Mainschiffen ver-anstaltet, welche eine Länge von 18 Metern eine Breite von 2Metern und eine Höhe von 80 cm besitzen. 24 Krankenbahren findenin einem solchen Schiffe Platz, während noch ausreichender Raum fürEss- und Waschtisch, Verbandkasten, Nachtstuhl bleibt. Die Bahrenwerden in sieben Gestelfen befestigt. Abbildung und Beschreibung dieserGestelle findet sich in meiner erwähnten früheren Arbeit. Hier liegendie Tragen in zwei Reihen übereinder. Schwerkranke haben die obereReihe, leichter Erkrankte und Wärter die untere inne.

Bei der Hamburger Kolonne vom Rothen Kreuz, die unter derLeitung von Dr. Soltsien steht, ist ein anderes Verfahren zur Beförde-rung Verwundeter in Schuten angegeben:An der Längsseite desSchiffes wird in der Höhe des anzubringenden Gestelles ein Brett ange-nagelt, und an dieser Latte eine Art Leiter mit zwei Sprossen befestigt.Der Leiter gegenüber wird ein Gestell in Sägebockform aufgerichtet, undüber beide Theife oben und unten ein Querholz mit zwei Knacken ge-legt, durch die zur Befestigung ein Holzpfiock gesteckt wird. Nach Auf-stellung eines zweiten Geräthes können vier Tragen, zwei oben und zweiunten untergebracht werden". Auch bei vielen anderen Sanitätscolonnenwurden Uebungen in der Beförderung von Kranken auf Flussschiffen abge-halten, und 1896 stellte das Central-Comite des Preussischen'Vereins vomRothen Kreuz auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung ein für den Trans-port Schwerkranker oder Schwerverwundeter ausgerüstetes Fahrzeug aus.Dasselbe stellt einen Theil eines Schiffssanitätszuges dar, welcher aus4 Fahrzeugen für solche Patienten besteht, welche nur liegend trans-