/f38 G. Meyer,
Von den Hospitalschiffen selbst, welche in der Nähe von Dartford(Kent) dicht am Ufer der Themse liegen, ist „Atlas" und „Endymion"1881, „Castalia" 1884 eröffnet worden. Das Schiff „Endymion" dientals Wirtschaftsgebäude, die beiden andern zum Aufenthalt von 300Kranken; ein Schiff für Frauen, das andere für Männer. Die drei Schiffesind durch Gänge mit einander verbunden; der Gang vom Verwaltungs-schiff zum männlichen Schiff ist mit Wellblech gedeckt, mit Oberlichtversehen, der andere Gang ist offen.
Der Endymion' ist eine alte, von der Admiralität überlassene Fre-gatte von 253 Fuss Länge. Das Schiff hat ein Zwischen- und Unterdeck;oberhalb des ersteren sind die früheren Oabinen für die Servants Menhergerichtet, einfach und sauber gehalten. Unter diesen befindet sich dieKüche, welche mit Dampfkochapparaten, Wärmvorrichtungen und präch-tigem Kupfergeschirr eingerichtet ist, ferner schöne Ess- und Aufenthalts-räume (Sitting rooms) für die Nurses, Verwalter und Aerzte. Im Unter-deck liegen die Schlafzimmer der Nurses und eines Theiles der weiblichenDienerschaft.
Das Schiff für pockenkranke Frauen, der „Atlas", ist ein gleichfallsvon der Admiralität überwiesener Dreidecker, 275 Fuss lang, 40 Fussbreit. Die Schiffsluken sind zu Fenstern erweitert, und in der Mitte desSchiffes ist ein breiter, grosser Verbindungsschacht durch alle Decks her-gestellt, wodurch eine gute Lüftung bewerkstelligt wird. Das Zimmerfür den Chefarzt befindet sich auf diesem Schiff. Es ist überall elek-trische Beleuchtung vorhanden; die Heizung, besonders in den Kranken-sälen, geschieht durch Heisswasser, welches durch Röhren in die Sälegeleitet wird. Der Dampf wird von diesem Schiff mittelst elastischerDampfrohre zu den anderen Schiffen geleitet. Die Röhren liegen in denSälen unter der Decke. Beleuchtung und Lüftung ist in den drei Schiffendie gleiche; in der Castalia. erfolgt die Heizung mit Dampf. Der Atlashat drei unter einander liegende grosse Krankensäle zu je 60, 50 und40 Betten. Unter dem tiefsten befindet sich die Capelle und der Ma-schinenraum, beide gemeinsam für die drei Schiffe, bereits unter demWasserspiegel liegend. Die Säle sind zwar etwas niedrig, jedoch ge-räumig und luftig, wenngleich eine Belegungszahl mit 60 und auch 40Betten doch etwas zu hoch zu sein scheint. Uebrigens sind hier, wieauch in einzelnen anderen Hospitälern Londons über dem Kopfende derBetten himmelbettartige Gardinen befestigt, eine in Deutschland wohlnicht mit Unrecht streng vermiedene Einrichtung. Die Bettstellen sindeinfach aus Eisen. Auf dem obersten Verdeck des Schiffes ist ein inder Mitte getheiltes Haus mit schräg nach beiden Seiten abfallendemDach erbaut. Die eine Hälfte dieses Hauses ist für Zwecke der Ver-waltung, Aufenthaltsräume u. s. w. bestimmt, in der anderen Hälfte be-finden sich Krankenzimmer zur Aufnahme von Erkrankten des ärztlichen,Pflege- und Dienstpersonals, des Staffs der Schiffe.
Jeder Krankensaal hat Wärmküche, deren Tische mit eisernen mitHeisswasser zu erwärmenden Platten mit Vertiefungen versehen sind, auf