Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
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413
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 413

In ähnlicher Art ist die Desinfection der Räderbahren vorzunehmen. Istein Verdeck über der Trage, so ist es, falls es fest gebaut ist, innenabzuwaschen. Ist es dagegen zusammenzulegen, so kann es unter Um-ständen auch in strömendem Wasserdampf desinficirt werden.

Nicht so einfach ist die Desinfection der Krankenwagen. Sie wird inden einzelnen Grossstädten in sehr verschiedener Weise ausgeführt. DasInnere der Wagen in Wien, welche mit Blech ausgeschlagen sind, wirdnach dem Transport mit einer Oarbollösung abgewaschen. Auch in Altonahaben die Krankenwagen im Inneren Blechüberzug. In Paris benutzt manzur Desinfection des Inneren der Wagen der Ambulances municipalesden Sublimatsprühregen, in England wird das mit polirtem Holz belegteWageninnere mit Carbolseifenlösung gewaschen, in Berlin werden dieWagen in der städtischen Desinfectionsanstalt nach der dort geltendenVorschrift desinficirt. Ich habe sogleich nach Erscheinen der erstenVersuchsergebnisse mit dem Formaldehyd dieses zur Desinfectionder Krankenwagen vorgeschlagen. Nach den jüngsten Versuchen mitdem Mittel ist wohl auch kein Zweifel, dass es hierfür sehr geeignetist. Auf der Naturforscherversammlung in München 1899 wurde hervor-gehoben, dass das Formaldehyd zur Desinfection der Wohnungen sehrgut sich eignet, indem es eine ausreichende Oberflächendesinfection er-möglicht. Alle Gegenstände mit Falten, Gewebe, welche in dem be-treffenden Raum vorhanden sind, werden in strömendem Wasserdampfdesinficirt. Ganz ähnlich würde sich das Desinfectionsverfahren bei denKrankenwagen gestalten und jedenfalls bequemer sein, als die sehr zeit-raubende Desinfection, wie sie in Berlin stattfindet. Ferner mussdie Desinfection im Krankenhause, zu welchem der Kranke gebrachtwird, geschehen, was mit dem geschilderten Formaldehydverfahrensehr leicht und bequem ausführbar ist. Es ist auch besser dendurch den Transport inficirten Wagen nicht erst weite Wege zurück-legen zu lassen, sondern die Desinfection an Ort und Stelle vorzunehmen.Ich habe früher dargelegt, dass ich eine Desinfection der Krankenwagennach einem jeden Transport eines Kranken für erforderlich hielte, daman auch bei der Beförderung eines Verletzten oder nicht ansteckendenKranken nicht wissen könne, ob nicht in dem Haushalte, aus welchemder Patient stammt, eine ansteckende Krankheit herrscht, sodass Krank-heitskeime an dem Anzüge oder der Wäsche des Kranken haften können,welche in den Krankenwagen gelangen, und dann zur Verbreitung derKrankheit Anlass geben können. Ist Desinfection nach jedem Transportauch nicht immer erreichbar, so wird man schon mit der Desinfectionder Wagen nach dem Transport ansteckender Kranker zufrieden seinmüssen, obwohl es eine grosse Zahl von Fällen giebt, wo die Naturder Erkrankung noch nicht festgestellt ist, wenn der Kranke transportirtwird, und es daher auch aus diesem Grunde besser sein würde, dieDesinfection nach allen Transporten auszuführen. Allerdings gehe ichnicht so weit wie Rousselet, welcher die Desinfection der Pferde desKrankentransportwagens für wünschenswert!! hält. Auch im Bericht der