Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

382 G. Meyer,

Holzstäbo angebracht sind, von welchen die vorderen gegen den Rückender Träger anliegen. Bei den Tragen der Alpinen Rettungsgesellschaftzu Innsbruck, bei denen der Patient reitend die Beine nach vorn ge-richtet hat, verlaufen von vorn oben Steigbügel, in denen die Püsse derPatienten befestigt werden, wodurch die Erschütterungen verringert werden.Der Träger kann, wenn seine Hände frei sind, den Gebirgsstock führenum seinen Weg sicherer zu nehmen. Auch die Bauart der Gebirgstragenist sehr verschieden.

Eigenartig ist die Gebirgs-KrankentragbahrePasse-partout" vonDr. Henggeler-Zürich, welche gestattet, einen Kranken in ver-schiedenster Stellung und Haltung zu tragen. Auch als Schlitten, fernerauf dem Pferde befestigt ist diese Trage zu benutzen, sodass sie sichvorzüglich für Gebirgsgegenden, wo sehr verschiedene Arten von Kran-kenbeförderung nothwendig werden können, eignet.

Gleichfalls für die Beförderung im Gebirge, oder wo sonst engeWege vorhanden sind, brauchbar, sind Tragschürzen, deren Benutzungeine sehr einfache ist. Sie bestehen nach dem Vorschlage von Ma-jewski, aus einer dreitheiligen Schürze, welche aus doppelter, feinsterLeinwand (Gradi) gefertigt, an einem starken Leibriemen befestigt ist.Der mittlere Theil der Schürze dient zur Unterstützung der Gesässgegenddes Verwundeten, und ist daher bestimmt, sein Hauptgewicht zu tragen,die seitlichen zwei Theile dienen zur Suspension der Oberschenkel desVerunglückten. Der Vorgang beim Aufladen ist folgender:

Der Blessirtenträger kniet nieder, der Verwundete umfasst mit seinenunteren Extremitäten rittlings den Körper des Trägers; der mittlereSchürzentheil wird nach oben umgeschlagen, die an demselben befestigtenzwei Gurte unter den Achseln des Verwundeten und über die Schulterndes Trägers geführt und vorne an Leibriemen angeschnallt. Die seit-lichen Schürzentheile werden um die Oberschenkel des Verwundeten ge-schlagen und vorne auf den Gurten aufgehängt. Der Blessirtenträgerhebt jetzt den nunmehr sicher sitzenden Verwundeten, welcher seineHände auf den Schultern des Trägers ruhen lässt; die Hände desTrägers sind frei und können zum Tragen der Waffen des Verwun-deten oder zum Handhaben eines Gebirgsstockes benützt werden.

Einen fernerenVorschlag zur Sanitätsausrüstung im Gebirgskriege"macht Majewski mit der Beschreibung seiner Tragmatte. Sie sollzur Beförderung von Schwerverwundeten im Gebirge dienen undbestehtaus einer trapezförmig zugeschnittenen doppelten Segelleinwand von fol-genden Dimensionen: Obere Breite 30 cm, untere Breite 60 cm, Höhe90 cm; die untere Hälfte der Tragmatte ist durch Gurte verstärkt, anwelchen zwei TraggrirTe befestigt sind, die obere Hälfte der Matte istan ihren Ecke mit zwei Gurten schleifen (60 cm lang) ausgerüstet. Ge-brauchsanweisung: Der Träger ]So. 1 schlüpft mit dem rechten Arm unddem Kopf in eine Gurtenschleife hinein und erfasst mit der rechten Handden entsprechenden Traggriff: der Träger No. 2 bedient sich bei der-selben Procedur des linken Armes und der linken Hand. Der Ver-