Druckschrift 
2,1 (1902)
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325
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankenpflege-Unterrichts. 325

für die Privatpflege oft mit zu den Obliegenheiten der Krankenpflege-personen gehört. Es wurde bereits erwähnt, dass eine grosse Reihe vonHandreichungen und Hilfsleistungen am Krankenbette, zu deren Aus-führung es keiner besonderen Geräthschaften bedarf, bei Gelegenheitdes theoretischen Unterrichts an den Schülern selbst, an geeigneten Re-convalescenten oder an einem Phantom zur Anschauung gebracht werdenkönnen. Was ein solches Unterrichts-Phantom für die Krankenpflegeanlangt, so dürfte sich am meisten die Benutzung einer aus Holz ge-drechselten und mit Gelenken versehenen Puppe von der Grösse eineserwachsenen Menschen empfehlen, wie sie gegenwärtig in vorzüglicherWeise für derartige Zwecke hergestellt werden, aber auch billigerePhantome, mit Sägespänen oder Watte gefüllt und mit Segeltuch oderGummistoff bezogen, können für den Unterricht nützlich verwendetwerden. Bei dem Unterricht in der Technik der Arzneidarrcichung und derAusführung der diesbezüglichen ärztlichen Anordnungen durch das Pflege-personal ist es ferner von Vortheil, wenn die verschiedenen besondershäufig zur Anwendung gelangenden Arzneiformen, wie Lösungen, Pillen,Pulver, Salben etc. gleich während des Unterrichts an Beispielen undProben den Schülern vor das Auge geführt und in die Hand gegebenwerden. Desgleichen empfiehlt es sich, während der theoretischen Vor-träge über die Technik der Antisepsis und Desinfection den Schülernan Ort und Stelle nicht nur Proben der wichtigsten keimtödtendenSubstanzen, sondern auch deren Verwendung zur Herstellung geeigneterantiseptischer Lösungen zu zeigen. Auch eine Vorführung der wichtig-sten Verbandmaterialien und der besonders häufig gebrauchten chirur-gischen Instrumente in natura ist bei der Behandlung der diesbezüg-lichen Lehrthemata sehr erwünscht. Um diesen letzterwähnten Bedürf-nissen zu entsprechen, ist es zweckmässig, für den theoretischen Unterrichtsog. Anschauungskästen zu verwenden (P. Jacobsohn), welche inübersichtlicher Anordnung Beispiele für die wichtigsten Arzneiformen,ferner eine geeignete Auswahl der verschiedenen antiseptischen Mittel,Verbandstoffe und Instrumente enthalten (vgl. Deutsche Krankenpfl.-Ztg.1898. pag. 68). Was beim theoretischen Unterricht nicht in AVirklichkeitund inLebensgrösse" vorgeführt werden kann, sollte wenigstens durchklare und deutliche'Abbildungen erläutert und zu Verständniss gebrachtwerden. Auch von Zeit zu Zeit während des Unterrichtscursus zuunternehmendeAusflüge" in die verschiedenen Theile des Kranken-hauses z. B. in den Operationssaal, die Verbandkammer, die Waschküche,den Desinfectionsraum etc. werden sich nutzbringend erweisen.

Den Lehrgang in der Krankenkochkunst empfiehlt H. Schlesingerso zu gestalten, dass sich sogleich an die rein theoretischen Vorlesungen,von denen etwa 3 oder 4 nöthig sind, practische Uebungen, die jedochgleichfalls von theoretischen Erläuterungen begleitet sind, anschliessen.Die Schüler und Schülerinnen sollen zunächst im Hinblick auf die pri-mitivsten Verhältnisse, wie sie beim einfachen Arbeiter und Tagelöhnervorliegen, belehrt werden, damit sie später in den verschiedensten Kreisen