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beunruhigendes Symptom dieser modernen, revolutionär angehauch-ten „Bewegungsliteratur" empfunden worden. Wenn Mundt in seinerKnebelbiographie die brieflichen Dokumente aus Weimars größterZeit, die zugleich die Epoche der Französischen Revolution war, indiesem modernen Sinn beleuchtete und glossierte, dann konnte sichder Kanzler auf erfreuliche Szenen mit der temperamentvollen Groß-herzogin Maria Paulowna gefaßt machen, hatte doch er selbst, einehemaliger Bürgerlicher, oft genug mit ihr einen schweren Stand.Und was Müller aus Varnhagens nächstem Brief (29. März) ver-nahm, konnte nur seine Befürchtungen verstärken. „Was Sie mitso wenig Worten über Knebels Nachlaß sagen," antwortete er am20. April, ,,u. daß Sie selbst dabey Schreck empfänden, machtemich erst wahrhaft erschrocken. Haben Sie denn delendo u, mode-rando gar nicht eingewirkt? Dann freilich würde ich Ihnen selbstVorwürfe machen. Ich kann mir das aber nicht denken. Sagen Siemir doch ja baldigst ein Wort der Beruhigung besonders 1) ob dieCarl Augustschen Briefe in meiner Redaction geblieben? 2) obIhnen in den Herderschen u. in den Mecklenburg. Briefen nochSteine des Anstoßes vorgekommen? Noch immer wäre es Zeit, denSkandal abzuwenden u. die Sache ist hinsichtlich unseres Hofeswichtiger als man denken möchte, kann auf das Schicksal derKnebeischen Familie leicht aufs nachtheiligste einwirken. D. Mundthat mir auf mein letztes Schreiben vor 5—6 Wochen nicht geant-wortet. Und so bin ich in der That sehr besorgt. Es steht auchAltensteins Wort mit auf dem Spiele, der ,die zarteste u. rücksichts-vollste Behandlung der Manuscripte' wiederhohlt versprach. Mansagt auch Ihn sehr krank; möge er doch ja jetzt noch nicht vonuns scheiden."
Mundt war also ebenfalls verärgert, und wie Varnhagen (am30. April) auf Müllers Brief, der geradezu von ihm Rechenschaftverlangte, geantwortet hat, ergibt sich aus Müllers Schlußwort vom12. Juli: „Ich sage Ihnen nichts über die Knebeische Angelegenheit,da Sie mir bestimmt erklären, ,sich nicht damit befassen zu können'.Auch begreife u. bedauere ich gar wohl, daß sie Ihnen ärgerl. u. daßSie ungern davon hören. Das einzige kann u. darf Ihnen nicht ver-borgen bleiben, daß H. Mundt nicht Wort gehalten u. auch gewißnicht in Ihrem Sinne gehandelt hat, wenn er gerade die drey an-stößigsten Stellen abdrucken ließ. Glücklicherweise ist noch zu helfen.Für Knebels gilt es hier eine Lebensfrage, denn unser Hof— und namentlich die Fr. Großherzogin — würde es nie vergeben,wenn diese ihren Schwiegervater compromittirenden Stellen insPublikum kämen. Aus diesem Gesichtspunct muß alles beurtheiltwerden. Und die Welt verliert nichts dabey. Sie können unmöglichahnden, welch' u n s ä g 1. Verdruß schon die Proben in der .Reihe
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