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2,1 (1902)
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260
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260 P. Jacobsohn,

tung der Krankenkost gleichfalls in die Hände geschulter Berufspflege-personon zu legen. Bei der Privatpflege in wohlhabenden Familien, woein unterstützendes Dienstpersonal leicht zur Hand ist, wird es zumwenigsten nöthig sein, die Pflegerin mit der Ueberwachung der Kranken-kostbereitung zu betrauen. Eine geeignete Entlastung der Pflegepersonenauf diesem Gebiete, welche ihnen besonders in' der Armenkrankenpflegeerwünscht sein dürfte, wird in recht passender Weise in neuester Zeitdurch die Einführung und Errichtung öffentlicher Krankenkost-Küchen(zuerst in Berlin) angestrebt, in welchen von geschultem Personal einebekömmliche, nach ärztlichen Angaben zusammengestellte Krankenkostzubereitet und in mit geeigneten Wärmapparaten versehenen Speisewagendurch Vermittlung bezw. auf Bestellung der Pflegerinnen den Krankenzugeführt wird. Natürlich kommen derartige Einrichtungen nur fürgrössere Städte in Betracht.

9. Specialkrankenpflege.

Das gegenwärtig allerorts in die Erscheinung tretende Emporblühenvon Special-Krankenanstalten verschiedenster Art, welches als das ammeisten characteristische Moment in dem jetzigen Entwickelungsstadiumdes Hospitalwesens aufzufassen ist (vgl. v. Leyden, Heber Special-krankenhäuser. Arb. a. d. I. med. Klinik zu Berlin. 1891. Bd. II), hatnach mannigfacher Richtung eine Folgewirkung im Sinne einer gewissenArbeitstheilung veranlasst, welche sich einerseits in einer immer weiter-gehenden Specialisirung der einzelnen medicinischen Wissengebiete, anderer-seits in dem Auftreten von Specialärzten aller Art äusserte. Auch aufdem Gebiete der personellen Krankenwartung lassen sich weitgehendeEinflüsse verfolgen, welche die wachsende Entfaltung des Sonderhospital-wesens hinsichtlich der Gestaltung des Krankenpflegeberufes hervor-gerufen hat. Die nach dieser Richtung auffallendste und bemerkens-wertheste Thatsache ist das neuerdings mehr und mehr wahrnehmbareAuftreten von Specialkrankenpflegern und Specialkrankenpflegerinnen,welche sich in der Ausübung ihrer beruflichen Thätigkeit dauernd aufein einziges Specialgebiet der Krankenwartung beschränken. In ganzähnlicher Weise, wie die weitgehende Ausbildung der specialistischenärztlichen Technik in unseren Tagen dazu geführt hat, dass für eineReihe von bestimmten Krankheitsgruppen sichSpecialärzte" absonderten,macht sich nunmehr eine Theilung in Specialitäten in fortschreitendemMaasse auch in den Reihen des beruflichen Pflegepersonals bemerkbar.Die modernen Specialhospitäler ermöglichen durch ihre Beschränkungauf eine bestimmte Erkrankungsgruppe oder sogar eine bestimmte Er-krankung eine viel detaillirtere und verfeinertere Handhabung derKrankenfürsorge, als die früher fast ausschliesslich vorhandenen, sehrgrossen, allgemeinen Krankenhäuser.Das Beste kann nur geleistetwerden in beschränktem und concentrirtem Wesen, wenn alle Einrich-tungen gleichsam nach dem einen Ziele streben, die Leistungen der