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pflege gemäss den ärztlichen Anordnungen darbietet. Durch die un-mittelbare Ausführung der zahlreichen Handgriffe am Körper des Krankenund die persönliche Darreichung der technischen Hilfsmittel gewinnt dasKrankenpflegepersonal aber zweifellos einen gewissen Antheil an der Kran-kenbehandlung selbst, wenn auch ein selbstständiges Vorgehen in dieserBeziehung für gewöhnlich ausgeschlossen bleiben muss. Nur in Fällendringender Gefahr, wenn der Arzt nicht schnell zur Hand ist, kann vondiesem beschränkenden Grundsatz abgegangen und dem Pflegepersonaleine grössere Selbstständigkeit eingeräumt werden. Die maassgebendeLeitung der Gesammtbehandlung muss jedenfalls in den Händen desArztes bleiben. Andererseits würde es wiederum nicht richtig sein,wollte man die Thätigkeit des Krankenpflegepersonals zu einer reinmechanischen und handwerksmässigen herabdrücken. Es muss ein ge-wisser Spielraum für die Bethätigung besonderer fachlicher Befähigungund Intelligenz bestehen, sonst würde der Krankenpflegeberuf sicherlichstets auf einem ziemlich niederen Niveau bleiben und jede Anziehungs-kraft, besonders für gebildetere Elemente, einbüssen. Nicht willenloseMaschinen, sondern geschickte und brauchbare Gehilfen wünscht sich derArzt am Krankenbette!
Die eigentliche und hauptsächlichste Aufgabe der Krankenwartungbesteht unzweifelhaft darin, „den Kranken zu pflegen", ihm seineLeiden nach besten Kräften zu lindern, für ihn, den Un behilflichen undSchwachen, liebevoll zu sorgen, es ihm bequem und behaglich zu machenund seine Widerstandskraft so möglichst zu fördern. Dass des Kranken-pflegers ureigenste Aufgabe darin besteht, die ihm anvertrauten Krankenzu pflegen, sagt schon sein Name. Gerade die Pflege des Kranken imengeren Sinne, die Möglichkeit als Pfleger oder Pflegerin persönlich demKranken ein „Helfer" zu sein, bildet wohl die Hauptanziehung für einenBeruf, der im Uebrigen als ein recht schwieriger, gefahrvoller und ver-antwortungsreicher bezeichnet werden muss. Daher ist unbedingt von denPflegepersonen zu verlangen, dass sie in der ausübenden Krankenpflegevor allem gute Kenntniss und Erfahrung besitzen. Eine fernere Aufgabeder Krankenwartung ist der Umgang mit dem Kranken. Es ist dieseine gewiss recht schwierige Aufgabe, und sie in vortrefflicher Weisezu erfüllen erfordert sicherlich einen noch höheren Grad von Intelligenzals die Leistung der technischen Pflegethätigkeit. Der Arzt bleibt nurkurze Zeit bei dem Kranken, der Pfleger ist Tag und Nacht an seinemBette beschäftigt. Von einem guten Arzte wird verlangt, dass er esversteht, den Kranken zu ermuthigen und sein Vertrauen zu stärken.In wie viel höherem Grade erwächst diese Pflicht dem Pfleger, der dielangen Stunden des Schmerzes, der bangen Angst, der Enttäuschung,der Ungeduld, der trüben Stimmungen mit dem Kranken theilt, der dietausend seinen Zustand betreffenden Fragen, die der Kranke dem Arztenicht vorlegen kann oder nicht vorzulegen wagt, in taktvoller und unschäd-licher Weise beantworten und die rechten Worte des Trostes und derBeruhigung linden können muss. Gerade in dieser Hinsicht kann vieles