Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
175
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 175

1897. pag. 10 ff.). Dem mit der Leitung solcher Centralstätten be-trauten Ausschuss muss, wie Feilchenfeld richtig hervorhebt, ein Arztangehören. Eine besondere Verwaltungsperson (ev. Krankenpflegerin)überwacht die Ausgabe, Rücklieferung, Instandhaltung und Desinfectionder Geräthe. Die einzelnen Hilfsmittel werden auf Anweisungskartendes behandelnden Arztes verabfolgt. Auch eine ganz unentgeltliche Ab-gabe von Gegenständen für die Pflege bei Armen ist in bescheidenemUmfange bei dem Betrieb derartiger Anstalten möglich. Besondersschwierig gestaltet sich die .Herbeischaffung von Hilfsmitteln desKrankencomforts auf dem Lande. Jedoch auch hier beginnt man in derletzten Zeit geeignete Wege zur Abhilfe einzuschlagen. So hat man fürkleinere Orte, in denen eine ständige Pflegerin stationirt ist, die Ein-richtung einer permanenten Krankenstube vorgeschlagen, welche bei un-geeigneten räumlichen Verhältnissen in der Familienwohnung zur zeit-weisen Aufnahme von Kranken dienen kann. Ferner sind von verschie-denen Seiten grössere Krankenpflegeschränke oder Krankenpflegekästenzusammengestellt worden, welche durch eine besondere Organisation inden Landgemeinden vertheilt werden, um hier, wo die Einrichtung vonCentralverleihanstalten unausführbar ist, den Kranken die Pflegemittelin geeigneter Weise zu leihweiser bezw. unentgeltlicher Benutzung zuzu-führen. Hierhin gehören Bestrebungen wie die des KreisphysicusHensgen in Siegen, der auf dem platten Lande das System der sog.Krankenpflegehilfsstationen einführte, welche kleinere Depots von Hilfs-mitteln der Krankenpflegetechnik darstellen (vgl. Zeitschr. f. Krankenpfl.

1898. p. 221), ferner die Veranstaltungen des Landwirths Jacob -sen, der in Schleswig-Holstein an ca. 50 Stellen in Landbezirken diesog.Margarethenspenden" einrichtete (vgl. Das rothe Kreuz. 1898.pag. 79) und die des Pfarrers Gaspar in Württemberg, der unter that-kräftiger Unterstützung seitens der Behörden und unter dem Protectorateder Königin ähnliche Veranstaltungen in denCharlottenpflegen" insLeben rief (vgl. K. Gaspar, Bestrebungen zur Hebung des Kranken-comforts auf dem Lande. Deutsche Krankenpfl.-Zeitung. 1898. pag. 175).Auch der von Deneke in Stralsund eingeführteWanderkorb für Wöch-nerinnen" ist hier zu erwähnen (Deutsche Krankenpfl.-Ztg. 1898. pag. 261).Derselbe besteht aus einerVorunterstützung", enthaltend ein Handtuch.125 g 1 proc. Trikresolschmierseife in einer Blechdose und eine kurzegedruckte Belehrung über Reinlichkeitspflege vor und im Wochenbett,und einerGeburtsunterstützung", enthaltend einen Deckeleimer mitWaschschüssel, Gummiunterlage, 250 g Wundwatte, Parchendunterlagen,Retttuch, Handtüchern, Hemd; er wird gleichfalls leihweise abgegebenund seine Verwaltung wird durch die betreffenden Hebammen geregelt.Zweifellos ist die weitere Ausdehnung dieser Bestrebungen ausserordent-lich wünschenswerth und wird erheblich dazu beitragen, die Fürsorgefür den Krankencomfort im Privathause sowohl in der Stadt wie aufdem Lande zu vervollkommnen. Als das wichtigste Mittel aber zur