Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts.

85

ordentlich wichtig; denn es kommt darauf an, diese häufig zuwiederholende JVlaassnahme auf eine möglichst schonende und für denKranken angenehme Weise auszuführen. Wenn man bedenkt, dass vielenKranken schon die geringste Bewegung und Lageveränderung erheblicheSchmerzen verursacht, und fernerhin die grosse Unbehilflichkeit und dieleichte Erschöpfung durch die geringste körperliche Anstrengung beiSchwerkranken in Betracht zieht, so leuchtet es ohne weiteres ein, dassjede Erleichterung des häufig in gleichem Maasse für den Kranken, wiefür das Pflegepersonal beschwerlichen Actes freudig zu begrüssen; ist.Schon seit langer Zeit wird von Seiten des Pflegepersonals bei. demWechseln des Krankenhemdes ein ganz bestimmtes, sehr zweckmässigesVerfahren beobachtet, welches die Vornahme wesentlich bequemer ge-staltet: der Rücken des Kranken

wird ein wenig angehoben, die Fig. 50.

Hinterfläche des auszuziehendenKleidungsstückes (Hemd, Nacht-jacke) mit der einen Hand be-hutsam bis zum Nacken empor-gerafft und, während die beidenArme des Kranken mit der an-dern Hand und der Beihilfe einerzweiten Person in die Höhe ge-hoben werden, über den Kopfdes Kranken nach vorn gestreift;sodann werden die Aermel desKleidungsstückes, während mandie Arme des Kranken langsamherunterlegt, schonend und vor-sichtig über seine Handgelenkegestreift. Das Anziehen desfrischen, stets vorher anzuwär-menden Wäschestückes erfolgt

dann in umgekehrter Weise (vgl. M. Mendelsohn, 1. c. pag. 40, ferner:Deutsche Krankenpfl.-Zeitung 1898. pag. 225).

Schon Dieffenbach empfiehlt bei localen Erkrankungen der oberenExtremitäten ein Krankenhemd zu benutzen, dessen Aermel aufgeschlitztund mit Bändern zum Zubinden versehen sind. In neuerer Zeit hatman vorgeschlagen, um den Wäschewechsel bei Schwerkranken weiterhinzu erleichtern, Krankenhemden zu verwenden, welche in der Mittellinieihrer Hinterseitc von oben bis unten vollkommen geschlitzt sind undderen Anziehen in der Weise erfolgt, dass zunächst, während das Hemdder Brust des Kranken aufliegt, die Aermel angezogen werden und manalsdann die freien Theile von der Seite her behutsam unter den Körperdes Kranken schiebt (vgl. Mendelsohn, 1. c. pag. 40).- Noch zweck-mässiger ist ein von L. Medicus beschriebenes Krankenhemd, welchesin der Mitte, der Vorderseite von oben bis unten geschlitzt ist. Auch

Krankenhemd für Sehwerkranke nachL. Medicus.