Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 79
Ausser den Luftkissen mannigfacher Form dienen zur bequemerenLagerung Schwerkranker auch grössere rechteckige Gummikissen, welcheetwa halb so gross sind als die horizontale Bettfläche und mit lauwar-mem Wasser gefüllt werden. Diese sog. Wasserkissen (Fig. 41) sind^in der Mitte einer Schmalseite des Randes mit einer trichterförmigenEingussöffnung versehen, welche durch eine Schraube verschlossen werdenkann. Analog den Luftkissen werden auch die Wasserkissen nur soweitangefüllt, dass das in ihnen enthaltene Wasser bei circumscript ein-wirkendem. Druck auszuweichen vermag und eine pralle Spannung ver-mieden wird. Bei zweckmässiger Anwendung stellen sie ein sehr vor-zügliches Lagerungsmittel dar, besonders bei drohendem Decubitus; sie; sind indessen ziemlich theuer. Neuerdings stellt man für Schwerkranke! noch grössere viereckige Gummisäcke mit Wasserfüllung, die sog. Wasser-betten oder Wassermatratzen her, welche die gesammte horizontale Bett-fläche bedecken. Diese Wassermatratzen werden besonders in Englandviel verwendet und in sehr vollendeter Ausführung angefertigt. Sie be-stehen entweder aus mehreren einzelnen Wasserkissen, welche nebeneinander ins Krankenbett
eingelegt werden, oder aus
. b . . n Fig. 43.
einem einzigen grossen Gum-misack, der in seinem Innerndurch eine Anzahl Querwändein mehrere Abtheilungen ge-theilt ist. Durch letztere An-ordnung lässt sich der Druckder Körperlast des Kran-ken gleichmässiger über dieganze Bettfläche vertheilen. Eine derartige in Zellen getheilte Matratzejfür Wasserfüllung ist vor Kurzem von H. Davidsohn angegeben wor-den. Erwähnt sei hier, dass neuerdings auch ähnliche in cylindrische,parallele Zellen getheiltc Matratzen für Luftfüllung hergestellt werden,idie sog. Luftbetten (Fig.- 42), welche von drei verschiedenen Punkten*der Peripherie aus aufgeblasen werden können und sich entleert aufeinen sehr kleinen Raum zusammenlegen lassen. Sie entsprechen imUebrigen vollkommen den obenerwähnten Gummiluftkissen.
Um der bei schwachen Kranken häufig vorhandenen Neigung, imBette nach dem Fussende mit dem Körper hinabzugleiten, zu begegnen,[sind verschiedene Hilfsapparate anwendbar, welche dazu dienen, einzelnenKörpertheilen einen festeren und sichereren Halt beim Liegen darzu-bieten. Die geeignetsten Punkte, an welchen derartige StützapparateIn Wirksamkeit treten können, sind das Gesäss und die Fusssohlen.■Zur Stütze des Gesässes ist neuerdings in England ein Geräth angegebenworden, welches dem Kranken einen sehr bequemen Halt gewährt. DerApparat (siehe Fig. 43) besteht aus einem schmalen, weichen, elastischenDrahtgeflecht, welches etwas oberhalb der Mitte des Bettes quer vonleiner Seite zur andern herüber gespannt wird und auf einem schmalen
Gesässslütze für das Krankenbett.