Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
73
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 73

verfahren, als man je nach Bedarf die Zahl der wollenen Decken überdie Norm vermehrt oder vermindert.

Was die Unterlagen speciell für den Oberkörper und den Kopfanlangt, so ist ein Rosshaarkeilkissen bereits als besonders zweck-mässig erwähnt worden. Ueber dasselbe kommt ein leichtes, mit Leinen-bezug versehenes Federkopfkissen. Im Allgemeinen ist es zweckmässig,das Rosshaarkeilkissen so zu wählen, dass die kleinste Kathete seinesdreieckigen Durchschnittes nur eine geringe Ausdehnung hat, weil diemeisten Kranken sich in flacherer Rückenlage wohler fühlen. Kranke,welche aus irgend einem Grunde dyspnoisch sind, also in erster LinieLungen- und Herzkranke, haben das Bedürfniss, mit bald mehr, baldweniger erhöhtem Oberkörper, häufig sogar in fast sitzender Stellung zuliegen. Hier wird es oft nöthig sein, dem Kranken eine bequemere Lage-rung und Unterstützung dadurch zu verschaffen, dass man noch ein zweitesKeilkissen ihm unter den Rücken schiebt. Um die Möglichkeit zuhaben, die Erhöhung des Ober-körpers in bequemer Weise je Fig. 37.nach zeitweiligem Erforderniss mehroder weniger ausgiebig zu machenund feiner zu dosiren, hat manbesondere Lagerungs-Apparate con-struirt, die sogenannten verstell-baren Keilrahmen, welche, wie alleübrigen Geräthschaften des Kran-kencomforts in den Hospitälern ambesten aus Eisenstäben hergestelltwerden, die zu einem keilförmigen,mit Segeltuch überspannten Gerüst Verstellbarer Keilrahmen fürverbunden sind, so zwar, dass die Krankenbetten,hintere Seite des Keiles beweglich

und beliebig in eine horizontale Zahnstange einstellbar gemacht ist.Es ist wünschenswerth, dass in den Krankenhäusern mehrere der-artige Apparate vorräthig gehalten werden, da ihre Verwendung denKranken oft vorzügliche Erleichterung ihrer Beschwerden darzubietenvermag. Jedoch ist es empfehlenswerth, bei der Anschaffung dieser Vor-richtungen darauf zu achten, dass eine an der Vorderseite quer verlau-fende Eisenstange, welche man häufig an den Keilrahmen antrifft, vorherbeseitigt wird, da diese erfahrungsgemäss einen lästigen Druck auf denRücken des Kranken ausübt. Besonders zweckmässig sind diejenigenKeilrahmen, bei welchen eine ausreichende Spannung des Segeltuchbezugsdurch elastische Federung des Rahmens selbst erreicht wird (E. Lentz).Eine weitere zweckmässige Verbesserung stellen ferner die neuerdingsvon Bradt angegebenen Keilrahmen dar, die mit einem Handrade undSchraubvorrichtung versehen sind und vom Kranken selbst verstelltwerden können (Therapie der Gegenwart. 1899. No. 3). Die hölzernenKeilrahmen passen besser für den Privatgebrauch; dieselben werden