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ausser Frage, dass schon der blosse Anblick einer Reihe Schwerkrankermit ihrem leidenden Gesichtsausdruck und ihren oft von Schmerz undKummer erfüllten Mienen, der ja, wie wir uns täglich überzeugen können,schon viele gesunde Menschen ängstigt und abstösst, den Kranken,welcher unangenehmen Eindrücken gegenüber noch um vieles empfind-licher ist, mit Furcht und Grauen zu erfüllen vermag. In gleicherAVeise wirkt auch die Wahrnehmung von Blut, Eiter, chirurgischenInstrumenten etc. höchst beunruhigend auf kranke Personen ein, ebensowie das Geräusch fortwährenden Hustens, Stöhnens und WehklagensSchwerkranker. Sodann erscheint es nothwendig, dass dem Scham-gefühl der Kranken in höherem Maasse Rechnung getragen werde,als dies möglich ist, wenn in einem grösseren Krankenraume einegrosse Reihe belegter Krankenbetten vollkommen frei nebeneinanderstehen. Es leuchtet ein, dass es für viele Kranke mit sehr pein-lichen Empfindungen verbunden sein muss, wenn sie sich, allenRegeln des sonst gewohnten Anstandes zum Trotz, in die Not-wendigkeit versetzt sehen, vor einer verhältnissmässig grossen Anzahlfremder Zuschauer ihren Urin und Stuhlgang zu entleeren und beider Vornahme nothwendiger ärztlicher Untersuchungen oder der Aus-führung gewisser Handreichungen von Seiten der Krankenwartung, wie beiDarmeingiessuugen, beim Katheterismus etc. ihren Körper coram publicovollständig zu entblössen. Dass derartige Situationen das psychischeGleichmaass der Kranken erheblich zu tangiren vermögen, begreift sichbesonders, wenn man bedenkt, dass eine nicht geringe Zahl von Indi-viduen überhaupt nicht in der Lage ist, in Gegenwart auch nur einereinzigen anderen Person, mag sie selbst der Arzt oder Krankenpflegersein, eine Harnentleerung oder Dcfäcation zu bewerkstelligen.
Alle diese Nachtheile lassen sich schon dadurch wesentlich mildern,dass man die Bettenzahl in den Krankenräumen herabsetzt. Die höchsteKrankenzahl, welche gegenwärtig in einem Räume für statthaft gilt,beträgt 20—30, jedoch ausschliesslich für Barackenbauten, währendman in den eigentlichen Krankenhaussälen gewöhnlich eine Belegzahlvon nur ca. 10 Krankenbetten wählt. In einer nicht geringen Anzahlneu erbauter Krankenhäuser, besonders in Specialkrankenhäusern, istdie Bettenzahl der einzelnen Krankenräume mit Erfolg auf nur 4 bis6 beschränkt worden. Was die Grösse der Krankensäle anlangt, sorechnet man gewöhnlich auf das Bett einen Flächenraum von 8 bis9 qm und einen Luftraum von 35—40 cbm. Die Höhe der Kranken-säle beträgt meist 4—5 m (Ruppel).
Um die schädlichen, psychischen Eindrücke abzuschwächen, welchedurch das Zusammenliegen mehrerer Kranker in einem Räume veran-lasst werden können, hat man die Anbringung verschiedenartiger Tren-nungs-Vorrichtungen in den Krankensälen vorgeschlagen. Ganz verlassenist heute die Erbauung sogenannter Bettalkoven, bei welchen die Kran-kenbetten mit aus Backsteinen aufgeführten, hüttenartigen Ummauerungenversehen sind, da bei der Anwendung derselben sowohl der Zutritt frischer