ERSTE ABTHEILUNG.
I. Offene Krankenpflege.
1. Fürsorge auf dem Gebiete des Kraiikencomforts.
VonDr. Paul Jacobsohn,
Lehrer ;m der Pflegerinnenschule des jüdischen Krankenhauses in Berlin.
(Mit Abbildungen.)
1. Die Bedeutung- des Kraiikencomforts für die Kraiikeiibehandluiig.
Es kann kein Zweifel darüber sein, dass sich die gesammte Kranken-fürsorge und Krankenpflege gegenwärtig sowohl bei uns in Deutschland,als auch in den anderen Staaten in sehr erfreulichem Aufschwung be-findet, welcher sich in erster Linie in dem von allen Seiten mit Eiferund Erfolg in Angriff genommenen Ausbau ihrer verschiedenartigenHilfsmittel äussert. Nachdem sich die moderne Krankenpflege inmannigfacher Beziehung ganz andersartige und viel weitergehende Auf-gaben gestellt hat als diejenige früherer Zeiten, ist es nur eine natürliche'Consequenz, dass man heutzutage auf eine reichere Ausgestaltung undVervollkommnung der zur Erfüllung der erweiterten Aufgaben nöthigenHilfsmittel besonderen Werth legt. Es ist noch nicht allzu lange her,dass man allgemein glaubte, in ausreichender Weise für die Krankengesorgt zu haben, wenn man ihnen Unterkunft und Nahrung in be-scheidenster Form gewährte und alles Heil von der Einnahme der ver-ordneten Arznei oder der Vornahme eines operativen Eingriffs erhoffte.Insbesondere herrschten lange Zeit hindurch diese unzulänglichen An-schauungen auf dem Gebiete der von Staat und Gemeinde getragenenöffentlichen Krankenversorgung. Erst dem Ende unseres Jahrhundertswar es vorbehalten, hierin in durchgreifender Weise Wandel zu schaffenund eine zutreffendere Erkenntniss der Bedürfnisse kranker Menschenzu gewinnen.
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. j