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"ete als vielseitige wissenschaftliche Bildung, sowie nicht minder eina uf Erfahrung und eigenes Sittlichkeitsgefühl gegründetes gesundesUrtheil, das ihn bei einer in der That fast peinlichen Vorsicht auchm den schwierigsten Fällen jedenfalls vor Mißgriffen bewahrt." Unddamit er in seinem neuen Amte ansehnlicher auftreten könne, er-nannte ihn der König auf Vorschlag der Minister am 4. August zumGeheimen Hof rat; er hatte selbst um diese Beförderung gebeten, um,,durch Verleihung eines höhern amtlichen Charakters vor einerschiefen und ungünstigen Beurtheilung des Publicums geschützt zuWerden". Die höheren Prüfungen, die zum Ratscharakter erforder-lich waren, hatte er nicht gemacht, doch bezeugte ihm der Polizei-präsident, daß er „sehr gelungene Ausarbeitungen geliefert habe, dievon schneller Fassungskraft, gründlicher Beurtheilung und vorzüg-licher Darstellungsgabe" Zeugnis ablegten. Die Absteckung seinesRessorts und die Bemessung seines Gehalts erforderten noch einenumfangreichen Aktenwechsel; statt des festen Gehalts von 1650 Talererhielt er jetzt Zensurgebühren, die man auf 1350 Taler schätzte;3oq Taler zahlte das Ministerium als Zuschuß. Was unter dem Ge-heimrat Grano an einzelnen Zensurgeschäften andern Beamten, wiedem Schulrat Schulz und dem Kammergerichtsrat Bardua, hatte über-tragen werden müssen, wurde jetzt wieder in Johns Hand vereinigt;einige dieser Geschäfte hatte er provisorisch schon im Sommer 1831übernommen, woraus sich erklärt, daß Karl v. Holtei bei GoethesTotenfeier im April 1832 mit ihm als dem zuständigen Zensor zutun hatte (vgl. S. 286). Nach dem Tode des Zensors Langbein(2. Januar 1835) fiel auch die Zensur der belletristischen Blätter, dieLangbein bis dahin innegehabt, John zu.
Die höchste Staffel seines Ruhmes aber erklomm er 1836, als dasVertrauen seiner Vorgesetzten ihn zum Spezialzensor für das „JungeDeutschland" erhob. Die Schriften von Heine, Gutzkow, Wienbarg,Laube und Mundt waren seiner besondern Obhut anvertraut, undwenn er darin einen Satz beanstandete, durften sie in Preußen nichtverkauft werden. Und er beanstandete viel, so daß nicht wenigeder Schriften jener Autoren zur verbotenen Literatur gehörten. „DerZensur-Jammer nimmt auch kein Ende", klagte Varnhagen am21. Januar 1837. ,,Der Zensor John ist erfinderisch in neuen Quäle-reien, er ist witzig in Anwendung stets neuer Chikanen, Bedenklich-keiten und Weitläufigkeiten. Wenn er nicht von Tollheit befallen istund aus Verrücktheit handelt, so ist er ein infamer Schuft!" Tagsdarauf las Varnhagen mit Entrüstung in der Staatszeitung, daß Johnbeim Ordensfest den Roten Adler vierter Klasse erhalten habe; so hießseit 1830 das Allgemeine Ehrenzeichen ersterKlasse. Obendrein erwiessich Johns Amt als recht einträglich, es brachte ihm schon 1839 über3ooo Taler und stieg im Lauf der Jahre auf fast 4000, hauptsächlich