JOHN
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als der Dr. John, der durch die sorgfältige Ausübung seines Zensor-amtes eine hervorragende Qualifikation zum politischen Redakteui,wie man ihn an jener Stelle brauchte, erwiesen hatte. Sein Wunsc ,Heuns Nachfolger zu werden, fand daher allgemeine Zustimmung»Polizeipräsident v. Esebeck sprach sich außerordentlich günstig übelihn aus, am 22. Dezember 1823 erfolgte seine Ernennung, und i mJanuar 1824 wurde er, mit Rücksicht auf seinen neuen Posten undin Anerkennung seiner „ausgezeichneten Dienste", vom Regierungs-sekretär zum Hofrat befördert.
Und nun fiel er weiter die Treppe hinauf. Zwar wurde die „Staats-zeitung", wie Varnhagens Tagebücher schon unterm 22. Januar io 2 jversichern, unter ihm „womöglich noch schlechter, als sie war", unJohn scheint sich auch die Redaktionstätigkeit etwas anders vor-gestellt zu haben. Er kränkelte oft und fühlte sich der mit dem neuenAmt verbundenen Arbeitslast nicht gewachsen. Immer wieder bat eum eine andere Verwendung, und die Minister, bei denen er eine»Stein im Brett hatte, waren stets gerne bereit, nach Möglichkeiseinen Wunsch zu erfüllen. 1825 sollte er Sekretär des Oberzensui-kollegiums werden; das Kollegium jedoch hatte einen andern Kandi-daten, einen Dr. Gödicke, dessen Wahl der Kultusminister v. Alten-stein schon genehmigte. Aber Johns höchster Vorgesetzter, v. Schuck-mann, strich die ganze Stelle wieder und meinte, das Oberzensur-kollegium könne die einem Sekretär aufzubürdende Arbeit durch„zweckmäßige Verteilung" annoch selbst bewältigen, es möge damitdies oder jenes seiner Mitglieder betrauen, die, wie Geheimrat Scholl,ohne irgendein Amt ihr Gehalt bezögen. John ließ keine Ruhe, ei'sehnte sich nach seinem Zensoramt zurück. 1828 wurde er durchdie Minister v. Brenn und Ancillon erneut dringend zum Zensorvorgeschlagen, aber der alte Geheimrat Grano, der 1823 Johns Nach-folger geworden war, wich freiwillig nicht vom Fleck und waranderswo nicht mehr zu brauchen. Mai 1831 endlich starb er. Abernun beantragte der Oberpräsident v. Bassewitz am 17. Juni 183 1 'man möge einstweilen den Kammergerichtsreferendar Grano mit denGeschäften seines Vaters beauftragen, und damit erklärten sich dieZensurminister einverstanden. Über dieses Zensurmajorat witzeltedie Presse nicht wenig. „Warum auch nicht!" meinte M. G. Saphir,„Hämorrhoiden pflanzen sich auch vom Vater auf den Sohn fort!"Aber Grano jun. erfüllte die auf ihn gesetzten Erwartungen nicht,und nun waren sich alle Minister einig, daß John auf seinen früherenPosten zurückkehren müsse. Vier andere Bewerber schlug er sieg-reich aus dem Felde, und am 9. Juli 1832 erfolgte seine Ernennung-Das Urteil der Minister über ihn war ungewöhnlich günstig: „Erverbindet mit den bewährtesten Gesinnungen eines dem Könige unddem Staate gleich treu ergebenen Dieners eine ebenso ausgezeich-