806
P. Ruppel,
ferner ein Warmluft-Baderaum (Tepidarium), welcher in direkter Verbin-dung mit ersterem Räume steht und eine Temperatur von 45—55° C.erhalten muss. An das Warmluftbad schlicsst sich sodann dass Heiss-luftbad (Sudatorium) mit einer Temperatur von 55—65° C. an, des-gleichen das auf 26—30° C. zu beheizende Lavacrum mit den ver-schiedensten Arten von Brausen und Douchen, event. auch mit einemVollbad und endlich das Dampfbad.
Die Räume, namentlich das Dampfbad, bedürfen einer kräftigenLüftung durch einen erwärmten oder mit Ventilator versehenen Absauge-schlot. Die Heizung erfolgt am besten durch Heissluftkammern imUntergeschoss, von wo aus die Luft durch Kanäle den ausserdem nochmit Heizkörpern ausgestatteten Räumen zugeführt wird, z. Th. auch durchFussbodenheizung.
Die Construction der Räume muss in allen Theilen eine massivesein, namentlich sind die Wände und Decken der Dampfbäder wider-standsfähig gegen die heissen Dämpfe herzustellen und deshalb ambesten in ganzer Ausdehnung mit glasirten Steinen zu verblenden. Diemit Terrazzo, Fliesen, Asphalt zu belegenden Fussböden erhaltenaufnehmbare Lattenroste und direkte Sielabflüsse mit Geruchverschluss.Holz ist sowohl bei den Thüren, wie bei den Fenstern möglichst zuvermeiden und durch Eisen, Eisenblech, Schiefer, Marmor zu er-setzen. Die Wände, sowie die massiven Decken müssen gegen Ab-kühlung gut geschützt werden, weshalb dieselben oft aus doppelten,durch eine Luftschicht getrennten Mauern bezw. Gewölben hergestelltwerden.
In den Abbildungen 22 und 23 ist als Beispiel einer römisch-irischen Badeanlage diejenige des Krankenhauses im Friedrichshain zuBerlin dargestellt.
Fig. 22.
d.
Bj AAlAxOlXOO .
Badehaus des Krankenhauses Friedichshain in Berlin.