Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
796
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796 F.Kuppel,

Stellen die Heizkörper nicht direkt an der Fensterwand, so werdendie Frischluftkanäle oft von der Aussenwand aus unterhalb des Fuss-bodens nach den Heizkörpern hingeführt, eine Anordnung, die nicht sehrempfehlenswerth ist, wenn nicht, die Möglichkeit vorliegt, diese Luftkanäleleicht controliren und gut reinhalten zu können.

In dem Hamburg-Eppendorfer Krankenhaus erfolgt beispielsweisedie Zuführung der frischen Luft zu den Pavillonsälen mittelst Kanälenvon beiden Längsfronten aus in dem Mittelgang des Saals. Hier sindüber den Luftausströmungsöffnungen im Fussboden Dampfheizkörper auf-gestellt, welche eine tischartige Umkleidung mit seitlichen Thüren er-halten haben und welche nicht nur dazu bestimmt sind, die frische Luftvorzuwärmen, sondern auch bei geschlossenen Frischluftklappen und ge-öffneten Thüren der Umkleidung, die Fussbodenheizung dieser Kranken-säle an sehr kalten Tagen zu unterstützen.

Die Entnahmestellen für die irische Luft müssen sorgfältig und sogewählt werden, dass Verunreinigungen durch Staub, Dünste oder durchAbluft von Krankenzimmern u. s. w. ausgeschlossen sind. Auch dürfendie Windströmungen keine absaugende oder stark pressende Wirkungenhervorbringen, wesshalb man mehrere Luftentnahmestellen auf verschie-denen Seiten des Gebäudes anordnet. Es empfiehlt sich, die Luft-Re-eipienten durch Gebüschanpflanzungen und durch Drahtgitter in denEinsti'ömungsöffnungen zu schützen. Luftentnahmestellen auf dem Dachsind nur dann zulässig, wenn die Umgebung daselbst frei von Schornstein-und Abluft-Ausmündungen oder sonstigen schädlichen Einflüssen ist.

Die Frischluftkanäle dürfen keinen allzuengen Querschnitt haben, dasonst leicht starke Luftströme entstehen, durch welche Staub und Russ-theile in die Zimmer mit fortgerissen werden. Bei weiteren Kanälen undlangsamerer Luftbewegung wird dagegen eine Ablagerung derartigergröberer, mechanischer Beimengungen erreicht. Für diesen Zweck istübrigens die Anlage einer grösseren Luftkammer, in welcher eine Rei-nigung der Zuluft durch Filter von Baumwollengewebe, Holzwolle u. dgl.vorgenommen wird, oft kaum entbehrlich.

Alle Luftkanäle, namentlich diejenigen für Frischluft - Zuführungmüssen auch leicht und gründlich gereinigt werden können und sinddaher mit möglichst glatten Wandungen aus glasirten Steinen, ver-zinktem Eisenblech u. s. w., ferner mit gerundeten Ecken und ohne scharfeKrümmungen, welche dem Luftstrom hinderlich sind, sowie ohne sonstigeungünstige Querschnittsprofile herzustellen. Die Luftkammern sollen be-gehbar und hell, womöglich mit Rohglaswänden oder doch mit Fensternversehen sein.

'■ Bei der Berechnung von Lüftungsanlagen ist für gewöhnliche Krankeein Ventilationsquantum von etwa 80 cbm pro Stunde und Bett, für an-steckende und schwere chirurgische Kranke ein solches von 120 bis150 cbm anzunehmen.