Allgemeine Krankenhäuser'; Bautechnik. 775
Die Gesammt-Anordnung und Gruppirung der Pavillons einer grösse-ren Krankenanstalt hängt vor Allem von der Bildung der einzelnenKrankenabtheilungen und der Trennung der Geschlechter ab. Letzterewird in der Regel und am zweckmässigsten durch die Anordnung derPavillons für Männer und für Frauen je auf einer Seite einer mittlerenScheideline erreicht, wobei die gemeinschaftlichen Gebäude, das Ver-waltungsgebäude, Operationshaus, Badehaus, event. auch die Wirthschafts-gebäude in der Mittellinie anzuordnen sein würden. (Vergl. Lageplandes städtischen Krankenhauses zu Nürnberg, Fig. 1.) Diesen Gesichts-punkten entspricht auch die Anlage des in Fig. 2 dargestellten Allge-meinen Krankenhauses in Hamburg - Eppendorf, nur dass hier dieWirtschaftsgebäude eine seitliche Lage erhalten haben.
Sollen die Geschlechter in gemeinschaftlichen Gebäuden mit mittlerenTrennungswänden untergebracht werden, so empfiehlt sich eine Anordnungder Pavillons in einer Reihe hintereinander.
Die Bildung von Kranken-Abtheilungen erfolgt auf der Männer- undund Frauenseite entweder in getrennten Gebäuden oder in gemeinschaft-lichen Gebäuden mit innerer Trennung. Im ersteren Fall würden nachdem Beispiel des Hamburg-Eppendorfer Krankenhauses zweckmässig diechirurgische Abtheilung die ersten, dem Eingang am nächsten liegendenPavillonreihen, die medicinische Abtheilung die nächstfolgenden ein-nehmen.
Absonderungs- oder Infectionsgebäude sind ausserhalb dieser all-gemeinen Abtheilungen, event, in einer besonderen Bautengruppe anzu-ordnen und durch breitere Geländestreifen, besondere Einfriedigungenu. dergl. abzutrennen. x\uch muss hierbei darauf Rücksicht genommenwerden, dass nicht die Luft dieser Infectionsgebäude durch die vorherr-schenden Winde den allgemeinen Pavillons zugeführt werde.
Bei den Corridor-Hospitälern, wo die Krankenabtheilungen nichtin besonderen Gebäuden, sondern in einem einzigen Bau untergebrachtwerden, kann die Trennung der Geschlechter und die Bildung vonKrankenabtheilungen in verschiedener Weise erfolgen.
In kleineren Anstalten wird es sich empfehlen, die Geschlechter inverschiedenen Geschossen unterzubringen, in denen dann die verschie-denen Krankheitsformen auf besondere Zimmer verthcilt werden können.Bei grösseren Gebäuden ist eine Trennung der Geschlechter in vertikalemSinne durch, die Mittelaxe des Gebäudes vorzuziehen, wobei im All-gemeinen die chirurgischen Kranken wegen des schwierigeren Transportsderselben in das Erdgeschoss, die medicinischen Kranken dagegen in das,Obergeschoss zu verlegen sind (vergl. Fig. 3 Grundriss des Haupt-Krankengebäudes der neuen Krankenanstalt für Frankfurt a. 0.). Ist>man gezwungen, auch ansteckende Kranke, z. B. mit Masern, Diphtherie,,Darmtyphus u. s. w. in dem Gebäude unterzubringen, so müssen diese,sowohl räumlich, als auch in Bezug auf das Wärterpersonal streng vonden allgemeinen Abtheilungen getrennt werden. Diese lsolirung musssich auch auf die Nebenräume der Infections-Abtheilung, . Badezimmer,
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. I. Bd. ^Q