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Die Ortskrankenkassen zu Plauen i. V. planen die Errichtung einesGenesungshauses in dem benachbarten .Orte Ruderitz, .sobald die ..ein-zelnen Kassen zu einer gemeinsamen sich verbunden haben werden.
Die Ortskrankenkasse III in München hat ländliche Reconva-lescentenheime für ihre Mitglieder — darunter das für weibliche ein-gerichtete Schlossgut Sohonstett bei Endorf — erworben und mit bestenErfolgen benutzt. Das ehemalige Genesungsheim Grossböhlenrain der-selben Kasse ist in jenes mit übergegangen.
Eine Erholungsstation für Betriebs-Krankenkassen-Mitglieder hat dieDirection der badischen Staatsbahnen in Nordrach errichtet.
Die zum Gewerkvereine verbundenen 61 Berliner Ortskranken-kassen berechnen als „Kosten des Heilverfahrens" 10 Pf. pro Kopf undJahr für ihre 220000 Mitglieder und gemessen u. a. dafür das Recht,in Lichterfelde (im ehemaligen Siechenhause des Johanniterordens)25 Betten für genesende Arbeiter belegen zu dürfen.
Der oberschlesische Knappschaftsverein gewährt alljährlichErholungsbedürftigen und Genesenden längeren Badeaufenthalt in Goczal-kowitz bei Pless. Auf Grund besonders günstiger Verträge mit derBadeverwaltung dort hat der Knappschaftsverein zu Tarnowitz 1895 bei-spielsweise viermal 32 Genesungsbedürftige nach Goczalkowitz geschicktin ein zur Verfügung gestelltes Logirhaus, welches in ein „Bergmanns-heim" verwandelt worden ist. Ein Krankenpfleger wird mitgesandt.Aerztiicher Beistand ist erhältlich. — In letzter Zeit hat der Verein eineigenes neues Heim erbaut. Die Badezellen und Bäder stellt die Ver-waltung unentgeltlich.
Neuerdings haben auch die Invaliditäts-Versicherungs-Anstalten ineiner bis zur denkbaren Grenze gehenden Ausdehnung des § 12 desGesetzes sich an der Errichtung oder wenigstens Beschickung von Ge-nesungshäusern betheiligt.
Das Sanatorium Gütergotz der Versicherungsanstalt für Berlinist „für solche Leute bestimmt, welche durch innere Krankheiten jederArt ganz oder theilweise erwerbsunfähig geworden sind, und deren In-validisirung durch geeignete Behandlung (z. B. Diätetik, Massage, medico-mechanische Behandlung, Bäder, Elektricität etc.) vermieden oder auf-geschoben werden soll und kann." Es liegt 30 km von der Stadt entfernt.Im ersten Betriebsjahre 1894—95 wurden 249 Insassen aufgenommen(93 ungelernte Arbeiter, 156 Handwerker). Für 197 von diesen wurdevom Vorstande eine besondere Familienunterstützung gezahlt. Die Aus-gaben pro Kopf und Tag beliefen sich auf 3,78 M. (Sociale Praxis. 1896,No. 17). Diese Anstalt trägt mit Recht den Namen „Sanatorium", dasie sich mit dem, was wir eigentlich unter Genesungshäusern verstehen— gesund gelegene Plätze, in denen sich von acuten Krankheiten Ge-nesene noch einige Wochen erholen können — nicht deckt. Sie ist viel-mehr eine Heilanstalt für chronisch Leidende (vergl. obige durch dendirigirenden Arzt Dr. Pielicke gegebene Charakteristik). Darum sprichtman dort auch von Patienten, darum erstreckt sich der Aufenthalt nicht