Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
636
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636 C. Schmid-Monnard,

sengen der Kinder nicht stattfinden kann. Für Ventilation ist durchAbluftklappen gesorgt; die Luft ist stets vorzüglich, die Wärme gleich-massig in Zimmern und Corridor,en. Die Besorgung der Heizung istdenkbar einfach, die Kosten des .Heizbetriebs nicht theuer.

Im Erdgeschoss (Hochparterre) sind die Tageräume mit gedeckterVeranda, ein Beobachtungs- resp. Isolirzimmer, sowie Räume für Arzt,Oberschwester und Verwaltung. Die zum Garten führende Treppe wirdselbst von den ungeschicktesten Kindern leicht begangen. Die Verandaist unentbehrlich zum Aufenthalt für kleinere Kinder, die noch nichtlaufen können.

Im Obergeschoss befinden sich die 2 Schlafsäle mit 6 und 15 Betten;ausserdem noch 8 Reservezimmer für Kinder, die aus irgend einemGrunde von den andern getrennt schlafen sollen. Diese vielen besonderenRäume haben sich als sehr nothwendig herausgestellt. In mehrerenBaderäumen werden Soole- und andere Bäder gegeben und etwaige Ab-härtungscuren mit Wasser vorgenommen.

Als vorteilhaft zeigt sich der Ausbau des Hauses nach Südwesten,durch welchen an Lichtfläche gewonnen ist. Nothwendig ist im Schlaf-saal der Windfang an der Thür.

Die Betten haben Seegrasmatratzen, auch eine Loofahmatratze hatsich ganz besonders bewährt, als Decken zwei Wolldecken. Die Wändezur halben Höhe mit Emailfarben gestrichen und abwaschbar; die Bödenin den Zimmern mit Holzdielen oder Linoleum, in den GorridorenTerrazzo. Im ganzen Hause sind gute Lichtverhältnisse (1 : 5). Closetsmit Wasserpülung finden sich in allen Stockwerken. Ueber dem Ober-geschoss befinden sich Bodenräume, Schlafzimmer der Dienstmädchenund eine nicht zu entbehrende Plattform zum Trocknen der Wäsche.

Es ist zur Zeit Raum für höchstens 27 Kinder vorhanden, danebenfür 6 Erwachsene (2 Schwestern, 2 Hausmädchen, 2 Hausmannsleute),so dass von dem Gesammtareal von 1350 qm auf den Kopf im voll-besetzten Hause etwa 41 qm kommen, bei der durchschnittlichen Be-setzung mit 6 Erwachsenen und 15 Kindern aber 65 qm pro Kopf.Der grösste Schlafsaal mit 14 (im Plan 12) Betten enthält 269 cbmLuftraum, also pro Bett I8V2 cbm, eine genügende Luftmenge, da dieLüftung ausgezeichnet arbeitet und wir keine acut Kranken verpflegen,welche grösserer Luftmengen bedürfen.

Kosten. Bezüglich der Herstellungskosten ist zu sagen, dassdie Anstalt 75000 Mark, kostet, somit auf ein Pfleglingsbett 2700 Markkommen. Davon entfallen auf den (geschenkten) Bauplatz 10000 Mark,das Gebäude 57 500 Mark, das Mobiliar 7600 Mark.

Die Betriebskosten (Heizung, Instandhaltung, Gehälter) belaufensich im ersten Betriebsjahr auf 1750 Mark. Die Verpflegungskostenbei einem durchschnittlichen Bestände von 4 Erwachsenen und 15 Pfleg-lingen auf 70 Pfennig pro Tag und Kopf.

Der Pensionspreis beträgt 7 und 10 Mark wöchentlich, für Frei-betten ist genügend gesorgt.