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1 (1899)
Entstehung
Seite
610
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610 C. Schmid-Monnarjd,

bulanzen entsprechen also in Anbetracht ihrer hohen Inanspruchnahmeeinem Bedürfniss.

Die Lage des Ambulatoriums soll zweckmässig im Innern derStadt sich befinden, leicht erreichbar, im Gegensatz zu dem Kranken-haus, welches die Ruhe und gute Luft an der Peripherie der Stadtaufsucht.

Für die Einrichtung eines Ambulatoriums würden zweckmässigsein ausser den allgemein üblichen Räumen:

Besondere Wartezimmer für ansteckende Krankheiten (acute Exan-theme, Keuchhusten),

Baderäume,

Ruhezimmer,

eventl. 2 stationäre Betten für wichtige Fälle,

eventl. auch Turnsaal mit orthopädischen Apparaten,

Gratisarznei und Frühstücksverabreichung.

5. Säuglingsspitäler.

Säuglingsspitäler sind trotz der umfangreichsten ambulanten Be-handlung nicht zu entbehren; zu einer dauernden häuslichen Pflege sindMutter oder Pflegerin nicht im Stande, namentlich nicht bei operativerDiphtherie und chirurgischen Fällen. Immerhin werden, trotz der bis-herigen ungünstigen Erfahrungen, mit Aufnahme von Säuglingen inHospitäler bei künstlicher Ernährung die Ergebnisse einer sachverstän-digen Behandlung in diesen besser sein, als in einer mangelhaften Halte-pflege. Aber die vorhandenen Räume genügen dem Bedürfnisse heut-zutage durchaus nicht.

So finden Kinder unter 1 Jahr in Berlin keine Anstaltsaufnahme,ausser in der kleinen Abtheilung der Charite und in neuerer Zeit in derSäuglings-Abtheilung des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinder-Krankenhauses. 1896 wurden vielfach kranke Säuglinge vonden Krankenhäusern Berlins abgewiesen. Es fehlt also an einer ge-nügenden Anzahl von Säuglingsspitälern; einer Neuerrichtung derselbenaber steht man skeptisch gegenüber wegen der hohen Sterblichkeit inihnen. So hatte die Säuglingsabtheilung auf der Charite 1881 80 pCt.Mortalität, 1895 bei einer besonderen Sorgfalt für die Milchbereitung5,3 pOt., und nach sorgfältiger Uebung und Vermehrung des Pflege-personals scheinen die Ergebnisse sich neuerdings noch besser zu stellen.Es muss dabei der sehr schlechte Gesundheitszustand in Betracht ge-zogen werden, in welchem diese Säuglinge nach der Charite kommen.Schon besser stellte sich die Sterblichkeit von 1772 Säuglingen in denneuen Räumen des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauses. Sieschwankte daselbst 18931896 zwischen 34 und 47, im Durchschnitt37,8 pCt., obwohl demselben noch Ammen und ein ausreichendes, gut-geschultes Pflegerinnenpersonal mangelten. Das entspricht etwa der all-gemeinen Mortalität der in Aussenpflege in Berlin befindlichen Säuglinge,und es lässt sich bei Beseitigung des von dem Leiter der Anstalt wohl ge-