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bulanzen entsprechen also in Anbetracht ihrer hohen Inanspruchnahmeeinem Bedürfniss.
Die Lage des Ambulatoriums soll zweckmässig im Innern derStadt sich befinden, leicht erreichbar, im Gegensatz zu dem Kranken-haus, welches die Ruhe und gute Luft an der Peripherie der Stadtaufsucht.
Für die Einrichtung eines Ambulatoriums würden zweckmässigsein ausser den allgemein üblichen Räumen:
Besondere Wartezimmer für ansteckende Krankheiten (acute Exan-theme, Keuchhusten),
Baderäume,
Ruhezimmer,
eventl. 2 stationäre Betten für wichtige Fälle,
eventl. auch Turnsaal mit orthopädischen Apparaten,
Gratisarznei und Frühstücksverabreichung.
5. Säuglingsspitäler.
Säuglingsspitäler sind trotz der umfangreichsten ambulanten Be-handlung nicht zu entbehren; zu einer dauernden häuslichen Pflege sindMutter oder Pflegerin nicht im Stande, namentlich nicht bei operativerDiphtherie und chirurgischen Fällen. Immerhin werden, trotz der bis-herigen ungünstigen Erfahrungen, mit Aufnahme von Säuglingen inHospitäler bei künstlicher Ernährung die Ergebnisse einer sachverstän-digen Behandlung in diesen besser sein, als in einer mangelhaften Halte-pflege. Aber die vorhandenen Räume genügen dem Bedürfnisse heut-zutage durchaus nicht.
So finden Kinder unter 1 Jahr in Berlin keine Anstaltsaufnahme,ausser in der kleinen Abtheilung der Charite und in neuerer Zeit in derSäuglings-Abtheilung des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinder-Krankenhauses. 1896 wurden vielfach kranke Säuglinge vonden Krankenhäusern Berlins abgewiesen. Es fehlt also an einer ge-nügenden Anzahl von Säuglingsspitälern; einer Neuerrichtung derselbenaber steht man skeptisch gegenüber wegen der hohen Sterblichkeit inihnen. So hatte die Säuglingsabtheilung auf der Charite 1881 80 pCt.Mortalität, 1895 bei einer besonderen Sorgfalt für die Milchbereitung€5,3 pOt., und nach sorgfältiger Uebung und Vermehrung des Pflege-personals scheinen die Ergebnisse sich neuerdings noch besser zu stellen.Es muss dabei der sehr schlechte Gesundheitszustand in Betracht ge-zogen werden, in welchem diese Säuglinge nach der Charite kommen.Schon besser stellte sich die Sterblichkeit von 1772 Säuglingen in denneuen Räumen des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauses. Sieschwankte daselbst 1893—1896 zwischen 34 und 47, im Durchschnitt37,8 pCt., obwohl demselben noch Ammen und ein ausreichendes, gut-geschultes Pflegerinnenpersonal mangelten. Das entspricht etwa der all-gemeinen Mortalität der in Aussenpflege in Berlin befindlichen Säuglinge,und es lässt sich bei Beseitigung des von dem Leiter der Anstalt wohl ge-