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1 (1899)
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497
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Sonderkrankenanstalten u. Fürsorge f. Nervenkranke, Epileptische u. Idioten. 497

kommen der Trinker sind blödsinnig. Ueber die Geschwister dieser vonihm untersuchten Idioten berichtet Kind: Von 107 Geschwistern starben21 vor oder während der Geburt, 42 starben an Krämpfen und Hirn-hautentzündung, 14 gingen an Tuberculosen 3 durch Selbstmord zu Grund.Von 51 lebenden Geschwistern sind 6 marastisch, 23 skrophulös,19 idiotisch, 2 epileptisch, 1 paretisch.

In 7,7 pCt. waren in der Zusammenstellung von Kind neben derTrunksucht noch andere belastende Momente vorhanden.

Es wird heutzutage allgemein angenommen, dass Blutverwandt-schaft der Eltern für sich aliein bei der Aetiologie der Idiotie keineRolle spiele.

Ueber ihre thatsächliche Häufigkeit bei den Eltern, von Idiotenschwanken die Angaben zwischen 4 und 7 pCt.

Es mag zugegeben werden, dass dioEhe zwischen völlig gesunden Bluts-verwandten die Nachkommenschaft nicht beschädigt. Aber das muss mitallem Nachdruck hervorgehoben werden, dass wenn zu der Blutsverwandt-schaft bei dem einen oder andern Theil eine degenerative Anlage auchnur in schwachem Grade kommt, die Folgen geradezu fürchterliche seinkönnen. Da man selten in der Lage sein wird, das Vorhandensein einersolchen Anlage mit völliger Sicherheit auszuschliessen, halte ich es fürdas Richtige, Verwandtenheirathen stets zu widerrathen.

Zweifellos sicher ist die Thatsache, dass sich unter den Idiotenverhältnissmässig viele Erstgeborene befinden. Kind giebt 29 pCt.an, Piper 32 pCt, ich fand bei 110 Idioten der Privatpraxis 40 pCt.

Kind findet ferner, dass die mit Idioten heimgesuchtenFamilien sehr kinderreich sind, und dass ein Drittel dieser Kinderan schweren Hirn- und Nervenkrankheiten leiden.

Bei der Würdigung dieses Verhältnisses muss man berüeksiehtieen,dass bei den Idioten die Zahl der unehelichen Kinder höher ist als imDurchschnitt der Bevölkerung. Bei den unehelich geborenen überwiegenaber die Erstgeburten. Um ein ganz genaues Resultat zu bekommen,müsste man nur ehelich geborene Kinder vergleichen.

Ueber den Einiluss von Verletzungen des Kopfes während derGeburt durch Applikation der Zange oder durch lange Compressionim Geburtsweg mit nachfolgender Asphyxie sind die Ansichten ver-schieden. Auch hier zeigt sich wieder die Schwierigkeit, eine zu-verlässige Anamnese zu erhalten. Die neueste und zuverlässigste Arbeitdarüber stammt von Wulff. Unter 1436 Idioten der Anstalt in Langen-hagen, waren 198 vor, während oder gleich nach der Geburt von einemsolchen Insult getroffen worden, also in 13,8 pCt. Von diesen Patientenwar eine grössere Anzahl epileptisch, als dem Durchschnitt in Langen-hagen entspricht. Auch lernten diese Kranken besonders spät sprechenund gehen. Bildungsfähig waren nur 36,8 pCt., während von den übrigenKranken im Ganzen 40—50 pCt. bildungsfähig sind.

Acute Infectionskrankheiten mit meningitischen Erscheinungen,