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der Kranken zu beaufsichtigen, worin sie von den Wärterinnen unterstützt wird, siedazu anzuleiten und die betreffenden Bücher zu führen. Die Krankenpflege und dieHilfe bei der ärztlichen Untersuchung undBehandlung liegt vorwiegend in den Händender Wärterinnen.
Es besteht eine genaue Tageseintheilung. Vormittags lindet die ärztliche Unter-suchung und Behandlung statt, abends wird gebadet, gedoucht, werden Einreibungenvorgenommen etc., dazwischen wird gearbeitet mit einer grösseren Mittagspause,in der sich die Kranken auch bei gutem Wetter in den betreffenden Höfen frei er-gehen dürfen.
Die Kranken werden je nach ihren Fähigkeiten beschäftigt. Die meisten sindzum Nähen, Stricken und Schneidern zu verwenden, andere müssen die Wasch- undScheuerarbeiten leisten. Sie tragen sämmtlich Anstaltskleidung, ihre eigenen Sachenwerden in besonderen Räumen des Dachgeschosses in Gestellen, wo jede Kranke ihreAbtheilung hat, aufbewahrt und ihnen erst bei der Entlassung ausgehändigt. Diesämmtlichen Kleider, die sie tragen, haben die Kranken selbst in der Zeit seit derBelegung des Pavillons angefertigt, sie haben ausserdem alles, was an solchen Ar-beiten, an Ausbesserung und Neuanfertigung von Kleidern für das Armen- und Kranken-haus nöthig war, beschafft und theilweise auch für Geschäfte Einiges gearbeitet. Beiihrer Entlassung erhalten sie einen Th'eil des Arbeitslohnes ausgezahlt, je nach derGüte der geleisteten Arbeit, unter Zugrundelegung der von der Schwester darübergeführten Listen, in die sie täglich die verrichtete Arbeit einträgt und taxirt.
Die Einrichtung desGebäudes hat sich schon sehr gut bewährt. Die Beaufsich-tigung und Beschäftigung der Kranken lässt sich leicht durchführen. Es herrschtRuhe und Ordnung, während dies in den früheren Räumen kaum zu erreichen war.Zugleich ist aus der Arbeit der Kranken für die Anstalt wesentlicher Nutzen er-wachsen.
Gegenstand der Behandlung sind in den Abtheilungen fürvenerische Prostituirte neben den 3 wichtigsten Geschlechtskrankheitennamentlich noch die Krätze und die sogenannten pseudovenerischen Affec-tionen, d. h. die nicht contagiösen Erkrankungen der äusseren Genitalien,die aber nicht selten differential-diagnostisch gewisse Schwierigkeitendarbieten, insofern sie venerischen Affeclionen oft äusserlich ähnlich sehen.Alle diese Affectionen werden natürlich bei Prostituirten nicht andersbehandelt, als bei andern derartigen Kranken, dasselbe gilt auch vondem weichen Schanker und dessen Folgekrankheit, dem Bubo inguinalis.Anders liegen die Dinge bei der Syphilis und der Gonorrhoe. DieSyphilis ist eine eminent chronische Krankheit, welche mit einer ein-maligen mehrwöchentlichen Cur nicht zu heilen ist und welche erfahrungs-'gemäss in den ersten 3, 4 Jahren nach der Infection — trotz vorauf-gegangener Behandlung — mehrfach zu recidiviren pflegt. Diese Recidivesind als contagiös zu betrachten nur dann, wenn sie 1. ihren Sitz anleicht zugänglichen Körperstellen, insbesondere den Genitalien und derMundhöhle haben, 2. wenn sie an diesen Stellen auftreten in Form vonnässenden, d. h. infectiöses Sekret absondernden Papeln oder 3. imFalle, dass sie von Oberhaut bedeckte Flecken oder Knoten darstellen,auch dann, wenn diese so sitzen, dass durch mechanische Einwirkungen,'