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ermöglichen; welche freilich dann die besten sind, muss erst der Ver-such entscheiden.
Beim Schwitzen nach Spaziergängen ist jedenfalls sofort nach derRückkehr vor dem Stillsitzen oder -Liegen die Unterkleidung zu wechseln,ebenso natürlich ein besonderes Tages- und Nachthemd zu tragen. Essoll genügend Platz vorhanden sein, solche schweisshaltige Hemden dannausserhalb des Schlafzimmers auslüften zu lassen.
Von einzelnen Kleidungsstücken sind folgende zu erwähnen. Aussergenügend warmer Kleidung beim Liegen soll jeder Kranke einen Ueber-zieher mitbringen, um sich beim Ausruhen auf Spaziergängen nicht zuerkälten. Der Kopf sei leicht bedeckt (nicht Pelz), Ohrenklappen mögenim harten Winter getragen werden, Mundklappen sind unnöthig, wennauch schiesslich nicht unnütz, damit die Kranken beim Gehen „denMund halten", doch muss die Nase vollkommen frei davon bleiben.
Einen sehr vernachlässigten Theil unserer Kleidung bildet der Schuh.Und doch ist gut sitzendes Schuhwerk sehr wichtig, nicht nur derkörperlich und psychisch quälenden Hühneraugen wegen, sondern vorallem auch, weil es die Oirculation im Fusse hindert, Schweissfussschafft und damit die disponirende Ursache gewiss mancher Erkrankungwird. Belehrung über richtige Schuhform gehört daher m. E. zur Therapieder Lungenkrankheiten. Die Stiefeln sollen ferner leicht anziehbar sein,da die Anstrengung in vornübergebeugter Körperhaltung zu Blutungenführen kann (der neue „Triumphverschluss"). Ueberschuhe, namentlichvon Gummi, halte ich nicht für empfehlenswerth, da sie das Gehen er-schweren und die Ausdünstung hindern; feste, gut geschmierte Stiefeln,welche die Kranken im Stiefelzimmer mit Hausschuhen vertauschen, sindbesser. Filzschuhe oder -Pantoffeln sollen nur an Stelle der zu ver-pönenden Bettvorlagen als Morgen- und Nachtschuhe gestattet sein; siekönnen in Volksheilstätten von der Anstalt geliefert werden. Sabourinin Canigou giebt seinen Kranken Holzschuhe und gefütterte Socken(chaussons fourres).
Von der speciell weiblichen Kleidung darf das Corsett nicht un-erwähnt bleiben. Ausser anderen Nachtheilen (Enteroptose-Meinert,Gallensteine-Marchand, Riedel, Entometritis etc. -Lantos, Bleichsucht-Rosenbach, Degeneration der Brüste -Hegar, und daher Cholera in-fantum -Meinert und der bekannten Leberfurche) hat es sicher einenwesentlichen Antheil an der Entstehung der Disposition zur Tuberculose,und man muss sich wundern, dass so wenige Autoren diesen Punktbetonen (Driver, Blumenfeld). Ich habe bei einer Anzahl tubercu-löser Mädchen (Hanseatische Kranke in St. Andreasberg) Messungen vor-genommen und die Ausdehnung des Thorax („Taillenweite") mit Corsett,ferner ohne dasselbe, aber mit den wie üblich gebundenen Rockbändernund endlich ohne jede Einengung vorgenommen. In der interessantenTabelle, welche ich anfüge, ist zu bedenken, dass bei der zweiten unddritten Messung immer das auftragende Corsett und eventuell die Röckewegfallen. Ob nicht solche Zahlen endlich den ersehnten Bannfluch