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für unheilbar halten kann, da sich nicht nur ältere Autoren, sondernviele der erfahrensten lebenden Männer durchaus hoffnungsvoll ausge-sprochen haben. Die Worte Carswell's, welcher sagt: Die patholo-gische Anatomie hat vielleicht niemals entschiedenere Beweise für dieHeilbarkeit einer Krankheit geliefert, als bei der Phthise, sollten genügen".Ebenso sprechen sich Dettweiler, Wolff, Spiegel, Königer u. v. a.aus. Der letztere erklärt die Heilung für ein ganz gewöhnliches undsehr häufiges Ereigniss. (Dettweiler ist selbst ein Beispiel geheilterTuberculose. Dasselbe wissen wir von Goethe, der im 19. Jahre eineHaemoptoe hatte, Napoleon L, dem grossen Chirurgen Pean u. a.). Undwenn die pathologischen Anatomen (es liegen Untersuchungen u. a. vorvon Baumgarten, Birch-Hirschfeld, Bollinger) an jeder drittenLeiche von solchen Kranken, die nicht an Tuberculose starben, Spurenderselben, verkalkte, abgekapselte Herde u. s. w. finden, so muss dasauch die Thomasnaturen überzeugen.
Ohne nun auf die Häufigkeit der Tuberculose einzugehen, überwelche Mittheilungen, Statistiken und Tabellen in fast allen neuerenVeröffentlichungen über diese Krankheit und ihre Bekämpfung durchVolksheilstätten reichlich zu finden sind, müssen wir uns die Frage vor-legen: Unter welchen Bedingungen ist die Lungentuber-culose heilbar? Brehmer verlangte zur Heilung zweierlei: eineimmune Gegend und eine geschlossene Heilanstalt. Während auf dieerste, nicht nach allen Seiten einwandfreie Forderung noch einzugehensein wird, muss die zweite als eine, die ganze heutige Therapie dieserKrankheit charakterisirende und heute als Hauptsache aufgestellte,hier erörtert werden. Wie alles Wissen und Können im Laufe derZeiten auf- und abwogt, so sieht auch derjenige, welcher sich mit demStudium unserer Frage beschäftigt, im Begriffe, mit seiner Wissenschaftauf einen Wellenberg emporzusteigen, mit Staunen und Verwunderung,dass jenseits des dunklen Wellenthales, das unsere Zeit in der ihreigenen Anmassung Mittelalter nennt, so hoch wie wir die alten Aerztehippokratischer Zeit stehen. Wie Hippokrates den Klimawechsel.Celsus Seereisen, Galen die Berge, Plinius die Insolation pries, sothun dies heute in buntem Wechsel moderne Geheimräthe, Professorenund „gewöhnliche" Aerzte. Späterer Zeit gefiel es mehr, unter ausge-stopften Ungeheuern hinter der schäumenden Retorte zu hocken, und•der Zug, welcher einen Stein der Weisen oder gar einen Homunculusbrauen wollte, hat sich mit grosser Zähigkeit bis heute erhalten. EinLungenkranker allein würde gar nicht lange genug leben, um alle dieMittel zu schlucken, sich einspiitzen, einschmieren oder sonstwie einver-leiben zu lassen, die für sein Leiden empfohlen worden sind und —das ist das Beschämende für uns — noch empfohlen werden. Was die„neue" Therapie uns noch bringen wird, ob das Eselserum, wozu nachbekanntem Ausspruche drei gehören, ob die Präparate von Koch, Ma-ragli'ano, Klebs, Behring oder die Piasmine Buchner's den Lorbeererringen, wer weiss.es. Jedenfalls hat— die wissenschaftliche.Forschung