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1 (1899)
Entstehung
Seite
83
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Geschichtliche Entwicklung der Krankenpflege. 83

'Operationsschwester, Apothekenschwester) eignen, will Zimmer Offiziere und Mann-schaften des Pflegewesens heranbilden. Die Offiziere sind die "Vollschwestern, dieMannschaften die Pflegerinnen. Jene müssen die höhere Töchterschulbildung undeine besondere praktische Vorbildung mit gesteigerten Anforderungen, diese nur diepraktische Vorbildung während eines Zeitraumes von 5 Jahren durchmachen. Aufdiese Weise sind beide verschieden in ihren Stellungen und doch Berufsgenossinnen,Soldaten im Kampfe gegen Krankheit, Armuth und Gebrechen oder Helferinnen inGeburt und Wochenbett. Beide, Mitglieder einer grossen Genossenschaft mit gleicherTracht, nur durch Abzeichen unterschieden, alle gut versorgt in der Gegenwart durch.auskömmliches Gehalt und für die Zukunft durch Anspruch auf Pension oder Ver-sorgung für den Fall des Alters, Unfalls und der Invalidität. Die Lernschwesternkönnen sich nach Wahl neben der Erlernung der allgemeinen Krankenpflege eine sorg-fältige Ausbildung in der psychischen Krankenpflege, in der Idiotenpflege und Heil-pädagogik, in der Frauenpllege, die sich auch auf Erlernung der Hebammenkunst er-streckt, in der Gemeindepflege und in der Lehr- und Wirthschaftsdiakonie aneignen.Mit Rücksicht auf den Hebammenberuf ist diese Krankenpflegevorbereitung und Aus-bildung von ganz besonderem Werth.

Der Diakonieverein hat es seit seiner Begründung (Mai 1894) zu einer ungeahntenEntwickelung gebracht. Während er im ersten Jahre seines Bestehens, im Juli 1894, mit10 Schwestern arbeitete, zählte er im Juli 1895 139 Schwestern und am 20. Okt. 1897im Ganzen 860 Mitglieder, von denen in der Krankenpflege 496, in derLehrdiakonie24,in der Wirthschaftsdiakonie 47 und in der Gefangenenpflege 1 thätig waren. Von denKrankenpflegerinnen befanden sich 167 in selbstständiger Stellung, waren also passiveMitglieder des Vereins, theilweise vom Verein in der Krankenpflege ausgebildet, theil-weise nach einer auswärts empfangenen Ausbildung sich ihm nur anschliessend. Dieactiven Vereinsmitglieder zählten 308, die noch in der Lehrzeit oder seitens des Ver-eins und in Diakonieseminarien angestellt waren. : )

y) Diakonissen ohne Verbindung mit dem Mutterhause.

Am 12. Februar 1883 schlössen sich die Gemeindepflegerinnen Berlins, diekeinen Rückhalt an einem Mutterhause hatten, mit dem Hausgeistlichen des evangel.Vereins für kirchliche Zwecke in Berlin zu einem

Tabeaverein für öffentliche Armen- und Krankenpflege" 2 )

zusammen. Erster Vorsitzender war Prediger Hülle, der sich jedoch im Jahre 1887von der Leitung ganz zurückzog. Seitdem ist Fräulein v. Höbe Vorsitzende undLeiterin des Tabeavereins. Er ergänzt sich aus Diakonissen, die ihr Mutterhausnur aus Gründen verlassen haben, die keinen Makel auf ihr sittliches Verhaltenwerfen. Der Tabeaverein hat sich verpflichtet, im Falle des Krieges sofort seine

1 ) Ueber die Bedingungen zur Aufnahme in den Diakonieverein oder zur Auf-nahme in den Schwesternverband des Vereins vgl. die Schrift Zimmer's:Der evan-gelische Diakonieverein, seine Aufgaben und seine Arbeit, V. VII. Auflage, Herborn1897, Verlag des evangel. Diakonievereins (Preis 1 M.)".

2 ) Aus dem Statut sei Folgendes erwähnt:

Der Vorstand des Tabeavereins für öffentliche Armen- und Krankenpflege ver-mittelt die Anstellung von solchen Schwestern, welche als Gemeindepflegerinnen ineinem Diakonissen-Mutterhause ausgebildet sind, aber um irgend welcher nicht ehren-rührigen Ursache willen genöthigt waren, aus dem Verbände des Mutterhauses aus-zuscheiden. Der Tabeaverein sucht solchen Schwestern einen Ersatz für den man-

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